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Die Große Sozialistische Libysch-Arabische Volksrepublik,
kurz Libyen, ist ein Staat im Norden Afrikas. Libyen liegt
am Mittelmeer, und grenzt im Westen an die Maghreb-Staaten
Tunesien und Algerien, im Osten an Ägypten und den Sudan und
im Süden an Niger und den Tschad.
Libyen gliedert sich in die traditionellen Landschaften
Tripolitanien im Westen, Fessan im Süden, die Cyrenaika (Kyrene)
im Osten und die Libysche Wüste auf. Nur 2,5 % der Fläche
sind landwirtschaftlich nutzbar. Es gibt aber bedeutende
Erdgas- und Erdölvorkommen. Libyen ist das einzige Land der
Welt, in dem es keinen einzigen ständigen Fluss gibt: es
verfügt lediglich über sogenannte Wadis, die aber nur nach
starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen. |
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Religion
Etwa 97% ber Bevölkerung sind sunnitische Muslime,
vorwiegend malikitischer Richtung. Es gibt einige
zehntausend Katholiken und einige tausend Ibaditen. Die
meisten christlichen Kirchen wurden nach der Revolution von
1969 geschlossen. Das Abfallen vom Islam wird mit dem
sofortigen Verlust der Staatsbürgerschaft geahndet. Die
Sanussiya-Bruderschaft stellte bis zur Revolution von 1969
den König. In den letzen Jahren ist eine verstärkte
Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen, die
Verschleierung der Frau nimmt zu. |
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Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus arabischsprachigen
Berbern. Seit 1975 stieg die Bevölkerung von 2,5 Millionen
auf 6 Millionen Menschen. Aufgrund der hohen Geburtenrate
von 3,6 % sind heute 50 % der Bevölkerung unter 16 Jahre
alt. Die Zentren der Besiedlung befinden sich aber in den
Küstengegenden von Tripolitanien und der Kyrenaika. Allein
in Tripolis, Banghazi und Misratah sowie den dazugehörigen
Vororten leben 80 % der libyschen Bevölkerung.
Hauptsprache ist Arabisch. Daneben werden einige
Berbersprachen gesprochen:
Nafusi (141.000 Sprecher)
Tamascheq (Tuareg; 17.000)
Ghadames (2.000)
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Politik
Am 10. März 2004 hat Libyen in Wien das so genannte
Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet.
Damit gestattet die Regierung in Tripolis der
Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende
Kontrollmöglichkeiten der nuklearen Anlagen des Landes.
Wirtschaft
Libyen ist seit 1962 Mitglied der Organisation Erdöl
exportierender Länder (OPEC). Wegen seiner politischen
Sicherheit im Gegensatz zu den Staaten im Nahen Osten ist
Libyen in letzter Zeit ein attraktiver Geschäftspartner für
westliche Ölkonzerne geworden.
Geschichte
Libyen wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von
Berberstämmen bewohnt. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die
Küste der Cyrenaika von Griechen und die Küste
Tripolitaniens von Phöniziern besiedelt. Im ersten
Jahrhundert v. Chr. kamen die Küsten Libyens unter die
römische Herrschaft. Nach dem Untergang des Römischen
Reiches wurde Libyen schon 647 von den Muslimen erobert. In
der Folgezeit gehörte Tripolitanien zu Ifriqiya und wurde
von den Aghlabiden, Fatimiden, Ziriden und Hafsiden
beherrscht, während die Cyrenaika eher von Ägypten aus
kontrolliert wurde.
Im 16. Jahrhundert versuchte Spanien die Küstenstädte
Libyens zu erobern, konnte sich aber nicht gegen die mit den
Osmanen verbündeten Korsaren behaupten. In der Folgezeit
unterstand das Land der osmanischen Oberhoheit, die aber von
den Qaramanli im 18. Jahrhundert zeitweise abgeschüttelt
werden konnte. Nachdem die Osmanen 1835 das Land wieder
unterworfen hatten, wurden sie 1911 von Italien vertrieben,
das aber den Widerstand der Sanussiya-Bruderschaft erst 1935
brechen konnte. Nach der Befreiung durch britische Truppen
im 2. Weltkrieg, erlangte Libyen unter König Idris 1951 die
Unabhängigkeit. Dieser wurde 1969 durch Oberst Muammar
al-Ghaddafi gestürzt.
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