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Botsuana (offizielle deutsche Schreibweise laut StAGN und
Auswärtigem Amt; auch Botswana) ist ein Land im südlichen
Afrika. Der Name leitet sich vom von der Bezeichnung des
Volkes der Tswana ab. Nationalfeiertag ist der 30.
September, Tag der Unabhängigkeit (1966). Botsuana grenzt an
Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe.
Der Staat gliedert sich in neun Distrikte: Central, Ghanzi,
Kgalagadi, Kgatleng, Kweneng, North-East, North-West,
South-East und Southern. |
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Geographie
Lage: zwischen 17° 40' und 27° südlicher Breite sowie 20°
und 29° 20'.
Mit einer Fläche von rund 600.000km² ist Botsuana etwas
größer als Frankreich, das Land gehört allerdings zu den am
dünnsten besiedelten der Erde.
Große Teile des Landes macht die Halbwüste (Kalahari) im
Südteil aus. Sie besteht aus Savanne (Dorn- und
Grassavannen. Darüber hinaus gibt es Salzpfannen- und
Salzseen, die während der Regenzeit zu großen seichten Seen
werden - das ist wichtig für zahlreiche Wildtiere.
Im Norden des Landes befindet sich das Okawango-Becken. Der
Okavango läuft in die Kalahari, weil er durch tektonische
Verwerfung nicht den Weg zum Meer findet. Er versickert mit
vielen Nebenarmen in der Wüste, wodurch sich eine
artenreiche Oase bildete.
Die größte Erhebung sind die Tsodilo Hills mit 1.489 Meter.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Gaborone:
208.411 Einwohner, Francistown: 89.979 Einwohner, Molepolole:
63.251 Einwohner, Selebi-Pikwe: 53.727 Einwohner, Maun:
49.948 Einwohner und Serowe: 47.421 Einwohner. |
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Bevölkerung
Botsuana hat etwa 1.6 Millionen Einwohner. Die ethnische
Zusammensetzung der Bevölkerung teilt sich wie folgt auf:
Tswana 75,5 %
Shona 12,4 %
San (Ureinwohner) 3,4 %
Khoi Khoi ("Hottentotten") 2,5 %
Ndebele 1,3 %
andere 4,9 %
Die Einwohnerzahl ist seit der Unabhängigkeit stark
angestiegen, wobei sich die Anstiegskurve - wohl wegen der
hohen Sterblichkeit durch AIDS - zuletzt abflachte. |
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Sprache
Amtssprache ist Englisch. Auf Englisch verhandelt das
Parlament und auch alle größeren Zeitungen bedienen sich der
englischen Sprache. Auch in der Schule wird ab der
Sekundarstufe in Englisch unterrichtet.
Gleichwohl findet die Kommunikation in der Bevölkerung auf
Setswana statt, einer Bantusprache, die von dem weitaus
überwiegenden Teil der Einwohner verstanden wird. Diese
Sprache ist auch Unterrichtssprache in der Grundschule.
Religion
Örtliche traditionelle Glaubensrichtungen 49,2 %
Protestanten 29,0 %
Afrikanische Christen 11,8 %
Katholiken 9,4 %
andere 0,6 %
Geschichte
In vorkolonialer Zeit war das Gebiet des heutigen Botsuana
von mehreren kleinen Königreichen der Tswana beherrscht, die
unter dem Druck einwandernder Buren um britische Hilfe
baten. Großbritannien schloß mit den Tswana-Herrschern
Schutzverträge und bald darauf war das Gebiet von 1865 bis
1966 unter dem Namen Bechuanaland das größte britische
Protektorat im südlichen Afrika.
1961 gewährte man den Einwohnern eine eingeschränkte
Autonomie und es bildeten sich die ersten politischen
Parteien. Botsuana erlangte schließlich am 30. September
1966 seine Unabhängigkeit von Großbritannien und wurde
Mitglied des Commonwealth und proklamierte auch seinen neuen
Namen.
Politik und Verfassung
Die Verfassung des Landes stammt aus dem Jahre 1965.
Gesetzgebungsorgan ist ein Parlament, dem neben den
Mitgliedern der - alle 5 Jahre gewählten -
Nationalversammlung auch der Staatspräsident, der
Parlamentssprecher und vier vom Präsidenten bestimmte
Mitglieder angehören.
Eine weitere Kammer ist das House of Chiefs, das 15
Mitglieder umfasst und aus den führenden Stammesvertretern
des Landes gebildet wird. Es hat im Wesentlichen beratende
Funktionen. (Vgl. dazu Sambia.)
Die Exekutivgewalt liegt beim Staatspräsidenten. Er wird vom
Parlament gewählt, wobei inzwischen nur noch eine einmalige
Wiederwahl zulässig ist. Erster Staatspräsident war bis zu
seinem Tode im Jahr 1980 Seretse Khama; ihm folgte zunächst
Ketumile Masire und seit 1998 Festus Mogae, der am
30.10.2004 seine zweite Wahlperiode begann.
Es besteht ein Mehrparteiensystem. Seit der Unabhängigkeit
ist die von Seretse Khama gegründete Botswana Democratic
Party (BDP) Regierungspartei. Oppositionsparteien sind die
Botswana People's Party (BPP) und in letzter Zeit in
städtischen Gebieten erstarkend die Botswana National Front
(BNF). Das hat allerdings nur sehr begrenzte Auswirkungen.
Auch bei den letzten Wahlen im Oktober 2004 war die BDP
wieder überragende Wahlsiegerin; die zersplitterten
Oppositionsparteien errangen insgesamt nur 5 Sitze im
Parlament. Die Wahlen gelten als frei und fair.
Botsuana ist ein Rechtsstaat, geprägt von einer dem
römischen Recht ("Roman Dutch Law") entlehnten
Grundstruktur, wobei allerdings auch eine Rechtsprechung
nach hergebrachtem Stammesrecht existiert. Die freie
Meinungsäußerung ist weitgehend gewährleistet. Gelegentlich
kommen ethnischen Spannungen auf und es soll auch - wenn
auch selten - zu polizeilichen Übergriffen und
Menschenrechtsverletzungen kommen, was aber die Verhältnisse
sicherlich nicht prägt.
Der von Transparency International gemessene
Korruptionsindex für Botsuana erwies sich bislang immer als
sehr günstig, in 2004 belegte das Land zum Beispiel den
Platz 31 (zum Vergleich: Schweiz-7, Österreich-13,
Deutschland-15, Italien-42, Südafrika-44).
Wirtschaft
Das volkswirtschaftliche Einkommen Botsuanas beruht auf dem
Erschließen von Bodenschätzen im Bergbau, auf der
Fleischproduktion und auf Einnahmen aus dem Tourismus. Dabei
macht der Diamanten-Export über 70 % des Gesamtexportwertes
aus; die Diamantenminen werden von einer Gesellschaft (
Debswana ) betrieben, die je zur Hälfte dem Botswanischen
Staat und dem Diamantenkonzern De Beers gehört.
Das Land verfügt über eine stabile Währung, den Pula, dessen
Wechselkurs sowohl gegenüber dem Dollar als auch gegenüber
dem Euro in den letzten Jahren angestiegen ist.
Botsuana hatte im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten
ein sehr hohes Wirtschaftswachstum, das sich auf
durchschnittlich jährlich 9 % belief. So hat sich das Land
von einem der ärmsten Länder der Erde zu einem Land mit
mittlerem Einkommen entwickelt und verfügt über das höchste
Kredit-Rating in Afrika. Die Wachstumsrate ist allerdings in
den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.
Wegen seiner politischen Stabilität, wirtschaftlichen
Entwicklung und der stetigen Verbesserung der Lebensumstände
wird Botsuana oft als ein "Musterland" Afrikas bezeichnet.
Dies ist einerseits dem Umstand zu verdanken, daß bereits
kurz nach Erlangung der Unabhängigkeit reichhaltige
Diamantenminen entdeckt wurden ( Geschichte Botsuanas ),
aber andererseits auch dem Umstand, daß die so gewonnenen
Mittel auch tatsächlich überwiegend in die Entwicklung des
Landes investiert wurden.
Durch die endemische hohe AIDS-Rate und die damit verbundene
hohe Sterblichkeit ist auch die weitere wirtschaftliche
Entwicklung Botsuanas sehr gefährdet.
Gesundheitswesen
Botsuana hat seit der Unabhängigkeit landesweit eine gut
strukturierte Gesundheitsversorgung eingerichtet. Es gibt
zahlreiche Gesundheitsposten in den abgelegenen
Außengebieten mit reiner Basisversorgung, "Clinics" (kleine
Krankenstationen, geleitet von examinierten
Krankenschwestern) und insgesamt 17 Health Centres in
größeren Orten. Hinzu treten noch einige hundert mobile
Kliniken (Mobile Clinics), so daß eine Grundversorgung der
Bevölkerung sicher gestellt ist.
Allerdings wird Botsuana nunmehr hart von der AIDS-Seuche
getroffen. Mit knapp 40 % HIV-Infizierten [1] hat Botsuana
eine der höchsten Durchseuchungsraten des AIDS-Erregers.
Seit dem Jahre 2002 werden deshalb im Rahmen eines
staatlichen Programmes ("Masa" = "Neuer Sonnenaufgang")
kostenlos antiretrovirale Medikamente verteilt.
Die Seuche ist eine existentielle Bedrohung nicht nur für
jeden einzelnen Betroffenen, sondern auch für das gesamte
Staatswesen, da bei Fortschreiten der Krankheitsentwicklung
mit einem Zusammenbruch der Volkswirtschaft gerechnet werden
müßte. Die durchschnittliche Lebenserwartung sank von 63
Lebensjahren im Jahre 1991 auf 38 Lebensjahre im Jahr 2002
und auf dramatische 30,76 Lebensjahre im Jahr 2004. Deshalb
hängt viel vom Erfolg der eingeleiteten Programme ab.
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