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Mit 11.295 km² ist Gambia der kleinste Flächenstaat auf dem
afrikanischen Kontinent, nur die Inselstaaten São Tomé und
Príncipe (1.001 km²), Komoren (1.862 km²), Mauritius (2.040
km²) und Kap Verde (4.036 km²) haben eine kleinere
Landfläche.
Die Topographie GambiasNeben dem Fluss, kann man das Land
grob in drei Bereiche einteilen:
Die Talsohle
Die Hochebene
Die Hochebene aus Sandstein
Die Talsohle ist der Bereich unmittelbar entlang des Flusses
und seinen Nebenflüssen. Dieser Bereich, der etwa 4048 km²
und 39 Prozent des Landes umfasst, ist gekennzeichnet durch
die schlecht entwässernden Sedimentablagerungen. Es kommt
daher häufig zu saisonalen Überschwemmungen. Diese
Kombination aus der niedrig liegenden Topographie und dem
reichlich vorhandenen Wasser auf dem schlecht entwässernden
Boden liefert die einzigartigen und verschiedenen
Lebensräume. Westlich von Janjanbureh Island weitet sich die
Talsohle und saisonal überschwemmte Sümpfe, Faro in der
Sprache der Mandinkas, erscheinen beidseitig des Flusses.
Diese Sümpfe verlängern den Weg zum Fluss um mehr als zwei
Kilometer. Der Boden und die Vegetation in der Talsohle
werden hauptsächlich durch die Hydrologie beeinflusst. Im
westlichen Drittel Gambias, in dem das Flusswasser salzig
(Brackwasser) ist, ist der angeschlemmte Boden lehmig und
stark durchtränkt mit Salzwasser. Die einzige Vegetation,
die unter solchen Bedingungen gedeiht, ist der
Mangrovenwald. Hinter den Mangroven und Brackwasser hinaus
sind die Banto Faros (über den Sümpfen hinaus). Diese
Frischwasserbereiche, mit den fruchtbaren Böden, sind häufig
nur leicht angeschwemmt und seit Jahrhunderten das Zentrum
für die Reisproduktion in Gambia. Die natürliche Vegetation
in diesem Bereich wird durch Sumpfgras und Sümpfe
beherrscht.
Karte GambiasDie Hochebene wird durch die flachen sandigen
Hügel bestimmt, die sich mit den Senken abwechseln. Im
Küstengebiet ist der Boden locker und sandig mit leichten
Sanddünen. Diese Böden mit eisenhaltigem Sandstein formen
bis zu einer Höhe von 20 Metern die Klippen bei Cape St.
Mary. Im zentralen und östlichen Gambia ist die Hochebene
unterbrochen durch wenige sandige Hügel aus Laterit-Gestein.
Die natürliche Vegetation in dieser Zone geht in einem
Übergang von einzelnen Bäumen über die Buschsavanne im
Nordosten bis zum tropischen Galeriewald im Südwesten. Bis
auf wenige Parzellen wurde die ursprüngliche Vegetation des
Hochebenenbereiches für landwirtschaftliche Zwecke umgeformt
oder dient der Forstwirtschaft. Die Hochebene ist, neben den
Anbau von Hirse, das Zentrum für den Erdnussanbau. Erdnüsse
sind das einzige landwirtschaftlichen Exportprodukt des
Landes.
Die Hochebene aus Sandstein liegt am östlichen Ende von
Gambia. Sie wird von niedrigen, felsigen Sandsteinhügeln
umgeben, welche bis in den Senegal reichen. Ungefähr vier
Prozent der Landesfläche bestehen aus diesen Hügeln, die
meist felsig, rau und ohne Vegetation sind.
Geologie
Die geologischen Ursprünge von Gambia liegen im tertiären
und quartären Erdzeitalter; und sind damit relativ junge.
Gambia ist Teil der tertiären kontinentalen Hochebene, die
53 Prozent der Landfläche mit angeschwemmten quartären
Ablagerungen entlang dem gleichnamigen Fluss Gambia umfasst.
Gelegentliches Eindringen des Meeres und terrestrischer
Sedimentablagerungen von Sand und die Bildung von Sandstein
kennzeichnen die Geologie des Landes. Eisenablagerungen
entstanden mit den Regen- und Trockenzeiten während des
Pleistozäns.
Die tertiären Felsformationen umfassen die Schichten aus dem
Oligozän-, Miozän- und Pliozän und sind Teil der
kontinentalen Platte. Diese Schichten bestehen aus Sand,
Sandstein, Schlick, Lehm und kaolinitischer Tonerde. Das
Alter der Schichten wird zwischen 2,5 Millionen Jahre für
das Oligozän bis zu 33 Millionen Jahre für das Pliozän
geschätzt.
Die quartären Felsformationen sind im geologischen Zeitalter
sehr neue Felsformationen und weniger als 1,6 Millionen
Jahre alt. Diese Gruppe besteht aus sechs Felsformationen
aus zwei Epochen, dem Holozän und dem Pleistozän. Die
holozänen Schichten sind jünger als 8.000 Jahre, während die
etwas älteren pleistozänen Schichten auf ungefähr 1,6
Millionen Jahre geschätzt werden. Die geologischen Schichten
entlang des Flusses aus der holozänen Epoche sind
hauptsächlich angeschwemmte Ablagerungen aus grobem Sand und
Schlick, und in der Küstenzone aus Sandstein und Schlick. Im
östlichen Gambia bestehen die quartären Felsformationen
abseits vom Fluss aus eisenhaltigem Stein und Kieselstein.
Klima
Klimadiagramm BanjulDas Klima ist tropisch mit einer
ausgeprägten Regenzeit und Trockenzeit. Die Trockenzeit
dauert von den Monaten November bis Mai an, sie ist
beeinflusst von den trockenem nordöstlichen Wind aus der
Sahara, genannt Harmattan. Die Temperaturen steigen dabei
zwischen 21 ° und 27 °Celsius an, die relative
Luftfeuchtigkeit bleibt im Bereich zwischen 30 und 60
Prozent.
Die Regenzeit im Sommer beginnt im Monat Juni und dauert bis
zum Oktober an. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge
beträgt im Südwesten 1.000 mm und im Nordosten 800 mm. Der
meiste Regen, fast neunzig Prozent, fällt dabei in den
Monaten zwischen Juli und September. In Küstennähe, zum
Beispiel in der Kombo-St. Mary Area, ist das ozeanische
Klima angenehmer.
Meere
Gambia liegt am Atlantischen Ozean und hat eine Küstenlinie
von ungefähr 80 km Länge.
Große Probleme bereitet die Erosion der verschiedenen
Strandabschnitte bei Stürmen. Bei Banjul ist ein Friedhof in
Gefahr ganz vom Meer verschlungen zu werden. Eine Vielzahl
von Gräbern sind schon vom Meer zerstört worden.
Bei Kololi, in dem Touristenzentrum Senegambia, mussten die
Strandabschnitte des Senegambia Beach Hotel und des Kairaba
Beach Hotel mühsam erneuert werden. Verwendet wurde dazu
Sand vom Meeresboden der von Baggerschiffen durch Stahlrohre
an die Küste gepumpt wurde.
Flüsse
Etwa 1.300 km², also 11,5 Prozent der Landesfläche, sind
Wasserflächen. Davon trägt der Fluss Gambia, er ist einer
der Hauptströme Afrikas, mit seinen Seitenarmen den
Hauptanteil.
Bolong ist ein Wort für ein "bewegliches Wasser" oder
"Fluss" in der Sprache der Mandinkas, die Namen einiger
Nebenflüsse des Gambias tragen den Zusatz Bolong.
Weiter gibt es den River Benifet und den Tanji (Fluss), der
bei dem Dorf Tanji in den Atlantik fließt. Der Allahein
River, der bei Allahein in den Atlantik fließt, ist für etwa
10 Kilometer der Grenzfluss zu der südlichen senegalesischen
Region Casamance.
Inseln
Die Inseln die bedeutend sind, liegen im Fluss Gambia,
darunter mit historischer Bedeutung die kleine Insel James
Island mit dem Fort James. Der River Gambia National Park
liegt auf der 585 Hektar großen Baboon Island, in diesem
Schutzgebiet wurden 1979 wieder Schimpansen ausgewildert,
die vorher in im Abuko Nature Reserve gehalten wurden. Auf
der Janjanbureh Island liegt die Stadt Janjanbureh, sie war
früher unter dem Namen Georgtown bekannt.
Berge
Das Land wird von dem Gambia-Fluss bestimmt, der von Osten
nach Westen fließt. Die Flusslandschaft ist dabei von beiden
Ufern von niedrigen Hügeln aus Laterit umgeben. Gambia liegt
zu 78 Prozent unter 20 Meter über dem mittleren
Meeresspiegel. Die höchste Erhebung, die nicht näher benannt
ist, ist mit 53 Meter über NN angegeben.
Flora
Die geographische Position des Landes kombiniert mit den
umfangreichen Feuchtgebieten, ergibt eine große Anzahl der
verschiedensten Pflanzenarten im Lebensraum. Ungefähr 530
verschiedene Pflanzenarten sind in Gambia bekannt. Der
nördliche Teil von Senegal liegt in der Sahelzone, weiter im
Süden von Westafrika schließt sich der tropische Regenwald
(Guineazone) an. Den Übergang, in der auch Gambia liegt,
nennt man auch Sudanzone. Feuchtsavanne ist der
vorherrschende Vegetationstyp, wobei nördlich des Gambias
die Vegetation spärlicher ist.
Soweit der Einfluss des Salzwassers, der sogenannten
Brackwasserzone reicht, finden sich an dem Ufer des Gambia
dicht verschlungene Mangroven und entfernter von diesen
riesige Affenbrotbäume sowie Akazien, Mahagonibäume,
Ölpalmen, Afzelien, Pterokarpen, Papayen (Carica Papaya),
Kalabassenbäume, Pandanen, Kassien, Tamarinden,
Drachenblut-, Ebenholz-, Gurunuss- und Wollbäume (Eriodendron
anfractuosum).
Fauna
Gambia, mit den umfangreichen Feuchtgebieten, hat eine große
Anzahl der verschiedensten Tierarten im Lebensraum. Ungefähr
108 Säugetierarten und über 540 Vogelarten sind in Gambia
bekannt. Für die große Vielfalt der bunten Vogelwelt, ein
Drittel dieser Vögel sind Zugvögel, ist das Land bekannt.
Für diverse Fische ist die geschützte Küstenlinie ein
beliebtes Laich- und Aufwuchsgebiet.
Großwild, wie Elefanten, Löwen und Giraffen sind von den
Kolonialherren im 19. Jahrhundert und Beginn des 20.
Jahrhunderts ausgerottet worden.
Sprachen
Die englische Sprache wurde mit der Unabhängigkeit von
Großbritannien im Jahr 1965 als offzielle Amtssprache
eingeführt bzw. weiter geführt. Sämtlicher Schriftverkehr
wird in englisch abgewickelt. In der Küstenregion kann man
davon aus gehen, dass man sich immer gut in englisch
verständigen kann. Im dörflichen Hinterland wird man immer
jemand finden der englische Sprachkenntnisse hat.
Da in Gambia viele verschiedene Ethnien leben, die sich
hauptsächlich durch ihre eigene Sprache definieren, sind die
Gambier recht sprachbegabt. Häufig sprechen sie mehrere
verschiedene Sprachen fließend oder können sich zumindest
darin verständigen. Neun Sprachen sind hauptsächlich
verbreitet aber bis zu zwanzig verschiedene Sprachen
(Quelle) werden in diesem kleinen Land gesprochen. Am
meisten, mit etwa 454.000 Sprecher, verbreitet ist das
Mandinka aus der Gruppe der Mande-Sprachen. Topographische
Bezeichnungen sind häufig in Mandinka. Das Wolof mit etwa
165.000 Sprechern, das die größte Verbreitung in Senegal
hat, wird vor allem in der Küstenregion um Banjul und in der
Kombo-St. Mary Area gesprochen. Wolof wird oft als Handels-
und Geschäftssprache benutzt und diente auch in der Zeit der
Konföderation Senegambia als Parlamentsprache. Das Ful (oder
Fulani) wird von etwa 263.000 Gambiern gesprochen.
Die arabische Sprache ist eine in Gambia-Tal alte
Schriftsprache, denn im Zuge des Transsaharahandels kamen
schon seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. arabische Händler zu
den westafrikanischen Herrscherhäusern. Durch die Annahme
des Islam wurde Arabisch, die heute als Bildungssprache und
Sprache der Religion gilt, weiter verbreitet. Durch die
grenznahen Kontakte mit Senegal haben viele Gambier auch
fundierte französisch Kenntnisse. Durch die hohe
Sprachbegabung haben Gambier, die Kontakt mit dem Tourismus
hatten, zusätzlich Sprachkenntnisse in deutsch,
niederländisch, schwedisch oder finnisch.
Religion
Gambias Bevölkerung ist zu 90 Prozent moslemisch, neun
Prozent christlich und restliche etwa ein Prozent glaubt an
traditionelle afrikanische Religionen. Im Gegensatz zu dem
Voodoo-Kult in Haiti versteht sich der Voodoo in Westafrika
in der Regel als eine weiße, heilende und gute, Magie.
Trotzdem werden gelegentlich Geschichten verbreitet in dem
jemand etwas böswillig weggezaubert hatte.
Obwohl Moslems (Sunniten) den Hauptanteil bilden, genießen
alle Religionen eine ruhige und friedliche Koexistenz.
Gambia ist ein weltlicher Staat, der Respekt für alle
kulturellen, und traditionellen Werte fördert. Dieser
Zustand garantiert Freiheit für alle, um die Religion ihrer
Wahl auszuüben. Mit diesem Hintergrund ist es in Gambia
traditionell üblich, dass alle offiziellen Veranstaltungen
mit Gebeten durch einen christlichen Priester und einen
moslemischen Imam eröffnet werden.
Das heilige Krokodil auf einer ein-Dalasi-MünzeDas Tier mit
mythologischer Bedeutung, ist das Krokodil. Es dient als
heiliges Tier und Fruchtbarkeitssymbol, so sehen die
Westafrikaner zum Beispiel bei Vollmond nicht den Mann im
Mond, sondern ein Krokodil. Auch gibt es ein Sprichwort in
dem es heißt:
Erblickst du im Fluss ein weißes Krokodil, kriegst du Kinder
viel.
Es gibt auch mindestens drei heilige Krokodilbecken, die
auch für den Tourismus betrieben werden. Das bekannteste ist
das Krokodilbecken bei Bakau, daneben gibt es bei Barra und
Allahein eine Anlage.
Als Baum mit mystischer Bedeutung gilt der Baobab
(Affenbrotbaum).
Gesundheit
HIV/AIDS (Schätzung 2003)
Infektionsrate: 1,2 Prozent
Bevölkerung mit einer Infektion: 6.800 Einwohner
Todesfälle durch eine Infektion: 600 Einwohner
Politik
Gambia ist eine Republik mit einer demokratisch gewählten
Mehrparteienregierung unter dem Präsidenten Yahya Jammeh.
Der junge Leutnant Jammeh kam 1994 durch einen
militärischen, aber weitgehend unblutigen Staatsstreich an
die Macht (der von einem Soldatenprotest über verspätete
Soldauszahlung ausging) und er kündigte an, bis mindestens
1998 allein regieren zu wollen. Dennoch wurden - vielleicht
um den Tourismus, von dem Gambia wirtschaftlich stark
abhängt, nicht zu gefährden - bereits 1996 wieder Wahlen
abgehalten, aus der Jammeh klar als Sieger hervorging. Eine
neue Verfassung wurde eingeführt.
Tatsächlich sind die Jahre von 1996 bis 2000 von einer
gewissen Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung geprägt:
der internationale Flughafen in Banjul sowie zahlreiche
Straßen werden modernisiert, ein neues Krankenhaus, neue
Schulen, eine Fernsehstation und ein riesiges
Revolutionsdenkmal entstehen, der Tourismus ist wieder eine
gute Einnahmequelle.
2000 werden (laut Amnesty International) mindestens 14
Personen bei einer Straßenschlacht zwischen studentischen
Demonstranten und der Polizei getötet. Schulen waren
zeitweilig geschlossen, und Patrouillen prägen das
nächtliche Stadtbild.
2001 wird Jammeh erneut wiedergewählt, und 2002 gewinnt die
Alliance for Patriotic Reorientation and Construction (APRC)
die Wahl zur Nationalversammlung, allerdings boykottiert die
Oppositionspartei UDP die Wahl.
Seit Dezember 2004 beteiligt sich Gambia an einer
Friedensmission im Sudan unter Führung der Afrikanischen
Union (AU).
Am 16. Dezember 2004 wird der regierungskritische Journalist
Deyda Hydara ermordet. Zuvor hatte er das neue Mediengesetz
angeprangert, nach dem Journalisten für das Schreiben eines
"verleumderischen Artikels" (zum Beispiel: üble Nachrede,
Veröffentlichung aufrührerischer Artikel) zu einer
Haftstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt werden
können. Vier Tage nach Deyda Hydaras Ermordung protestierten
Hunderte von Journalisten gegen die Ermordung und der
Einhaltung der Pressefreiheit.
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