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Kap Verde (port.: Cabo Verde, geogr. Kapverden, Kapverdische
Inseln) ist ein Inselstaat in Afrika mit neun bewohnten
Inseln im Zentralatlantik, 460 Kilometer vor der Westküste
Afrikas. Der Archipel hat eine Fläche von 4033 km². Die
Hauptstadt der kleinen Inselrepublik ist Praia mit gut
100.000 Einwohnern.
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Geographie
Die Republik Kap Verde liegt im östlichen Nordatlantik, vor
der Westküste Afrikas. Die Inselgruppe besteht aus 15
Inseln, von denen 9 bewohnt sind. Es wird unterschieden
zwischen den Inseln über dem Wind (Barlavento) und unter dem
Wind (Sotavento). Die Inseln über dem Wind sind Santo Antão,
São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista und die unbewohnten
Inseln Santa Luzia, Branco und Razo. Zur Sotavento-Gruppe
gehören Maio, Santiago, Fogo und Brava sowie die unbewohnte
Inselgruppe der Ilheus Secos ou do Rombo.
Geologie
Der Archipel der Kapverden ist vulkanischen Ursprungs. Die
höchste Erhebung der Kapverden ist der ebenmäßige
Vulkankegel des Pico de Fogo mit 2.829 m. Hier fand 1995 der
jüngste Ausbruch statt. Die Inseln im Nordwesten Santo Antão,
São Vicente und São Nicolau sowie Santiago sind ebenfalls
jung-vulkanisch und hochgebirgig, während die östlichen
Inseln weitaus älter, bis auf einige Zeugenberge flach
abgetragen und mit einem Kalksockel ausgestattet sind. |
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Herkunft der Bevölkerung
Die Kapverdischen Inseln beheimateten vor ihrer Entdeckung
und Besiedlung durch die Portugiesen keine Urbevölkerung.
Aus dem familiären Zusammenleben europäischer Siedler mit
afrikanischen Sklavinnen, dem Ende des 15. Jahrhunderts noch
kein anti-afrikanischer Rassismus entgegenstand, bildete
sich eine neue kreolische Kultur. So bietet sich dem
Besucher der Inseln heute ein Bild der genetischen Vielfalt.
Menschen mit dunkler Haut und blonden Haaren, iberisch
wirkenden hellen Gesichtern mit krausen schwarzen Haaren,
oder Dunkelhäutige mit blauen oder grünen Augen sind ein
Zeugnis dessen.
Demographie
Die Geschichte der Kapverdier ist geprägt von wiederholten
Einwanderungswellen aus Portugal, Madeira, starkem
wirtschaftlichem Einfluss der Engländer und massenhafter
Emigration als Antwort auf wiederholte Hungerkatastrophen.
Heute (2000) kommen zu den etwa 435.000 Bewohnern des
Archipels geschätzte 700.000 im Ausland lebende Kapverdier
hinzu. |
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Gut die Hälfte der Bevölkerung konzentriert sich auf die
Hauptinsel Santiago.
Rund 80 % der Bevölkerung sind katholisch, 10 % sind
Protestanten, von denen sich etwa die Hälfte zu den
Nazarenern zählen. Der Rest bekennt sich zu anderen
Religionen wie beispielsweise der HLT-Kirche ("Mormonen"),
den Anglikanern oder Zeugen Jehovas.
Nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 liegt das
Geschlechterverhältnis Weiblich zu Männlich bei 51,9 % zu
48,1 %. Bedingt durch Hungersnöte und der daraus
resultierende Auswanderung der Generation der 1940er und
1950er Jahre fehlen die heute 55- bis 70-Jährigen fast
völlig. Drei Viertel der Bevölkerung sind unter 15 Jahren.
Der Altersdurchschnitt betrug im Jahr 2000 17,4 Jahre, das
Bevölkerungswachstum lag bei 2,4 % pro Jahr.
Der durchschnittliche kapverdische Haushalt hat 4,6
Mitglieder, 54 % der erwachsenen Bevölkerung bezeichnen sich
als ledig, 24 % leben in Partnerschaft ohne verheiratet zu
sein und 16 % sind verheiratet. 3 % leben getrennt,
beziehungsweise sind geschieden. Hierzu ist es hilfreich zu
wissen, dass das portugiesische Recht und die katholische
Kirche die Heirat unter Sklaven oder zwischen Sklaven und
Freien nicht erlaubte. Hierdurch entstand in kreolischen
Gesellschaften eine Vielfalt der Formen des Zusammenlebens,
die bis heute überlebt. Polygame Familienkonstruktionen der
Vergangenheit, bei der ein Mann mit mehreren Frauen in einem
Haushalt lebte, gibt es nicht mehr.
Die Aussicht auf ein besseres Leben mit mehr Abwechslung,
Job und Bildung zieht die junge Landbevölkerung in die
Städte oder in die Nähe der Hauptverbindungsstraßen. Heute
zählen schon 54 % zur Stadtbevölkerung.
Sprachen
Die offizielle Amtssprache der Kapverden ist Portugiesisch.
Die Nationalsprache hingegen ist das Kapverdische Kreol (Krioulo),
das verschiedene Varianten besitzt. Französisch wird von der
jüngeren Bevölkerung in der Schule erlernt. Die grössten
Unterschiede bestehen zwischen dem Kreol von Santiago und
Santo Antão, die bis zur Unverständlichkeit gehen. Es
bestehen jedoch große Ähnlichkeiten zwischen dem Kreol von
Santiago und Guinée. Seitens der Regierung bestehen
Bestrebungen das Krioulo bis Juli 2005 zu offizialisieren.
Weiterführende Literatur: Esquisse d'une dialectologie
portugaise (J.Leite de Vasconcellos: Paris 1901 - 1.
Auflage, Lisbonne 1987 - 3. Auflage)
Bibelübersetzung: Sergio Frusoni übersetzte 1979 Bartolomeo
Rossettis Version des Neuen Testamentes: Er vangelo seconno
noantri ins kapverdische Kreol von São Vicente: Vangêle
contód d'nôs móda
Politik
Kap Verde ist eine parlamentarische Republik mit
Mehrparteiensystem.
Präsident ist seit 2001 Pedro de Verona Rodrigues Pires von
der PAICV, die auch die Regierung stellt.
Wirtschaft
Die Kapverden verfügen über keine nennenswerten
mineralischen Ressourcen und leiden unter dem extrem
trockenen Sahel-Klima.
Nur auf vier Inseln gibt es, wenn der jährliche Regen nicht
ausbleibt, etwas Wasser für Bewässerungslandwirtschaft. Der
Trockenfeldbau ist seit 1968 weitestgehend ausgefallen und
die landwirtschaftliche Produktion reicht nicht zur
Eigenversorgung. Immer müssen über 90 Prozent der
Nahrungsmittel importiert werden.
Auch der Fischreichtum ist beschränkt und kann mit der
einfachen handwerklichen Technologie einheimischer Fischer
nicht genügend ausgeschöpft werden, so dass ausländischen
Flotten der größte Teil des Fangs überlassen werden muss.
Exportiert werden Fisch, Langusten, Bananen, Textilien und
einige Halbfertigwaren (Schuhe, Lederwaren). Der Tourismus
entwickelt sich langsam und trägt etwa 10 % zum
Bruttosozialprodukt bei, wobei die Insel Sal am stärksten
besucht ist und über die Hälfte der Gesamt-Bettenbelegungen
mit Strandtouristen erreicht. Segler und Windsurfer nutzen
gerne die günstig im Passat gelegenen Inseln. Die guten
Möglichkeiten für Bergtourismus und historisch-kulturellen
Tourismus, für eine ausgeglichene Entwicklung wesentlich
förderlicher, werden nur wesentlich langsamer erschlossen.
Der Kapverdische Escudo (ECV) wurde 1998 an den
portugiesischen Escudo und 1999 an den Euro gekoppelt. Seit
ihrer Gründung verfolgt die Nationalbank Kap Verdes eine
kompromisslose Politik der Geldwertstabilität, um Emigranten
zur Anlage ihres Sparvermögens in Kap Verde zu motivieren.
Der Staat finanziert sich hauptsächlich aus Einfuhrzöllen
und indirekten Steuern. 2004 wurde eine Mehrwertsteuer von
15 % eingeführt.
Etwa 2/3 der kapverdischen Familien erhalten Zuwendungen von
Familienangehörigen in der Emigration und Geldsendungen nach
Kap Verde tragen zu gut 20 % zum Nationalprodukt bei.
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