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Die Republik Madagaskar (madagassisch Repoblikan`i
Madagasikara, französisch République de Madagascar) ist nach
Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt.
Die Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem liegt im
Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas mit einer
Küstenlänge von 4.828 km.
Geographie
Madagaskar wird auch der „achte Kontinent“ genannt.
Diese Bezeichnung rührt weniger von der Größe der Insel her
als von ihrer lange isolierten Entwicklung, die eine sehr
eigenständige Natur entstehen ließ: Madagaskar wurde vor 150
Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von
Indien getrennt. |
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Durch
seine lange geographische Isolation beherbergt Madagaskar
eine einzigartige Fauna. Urtümliche Tiergruppen wie die
Lemuren und andere Halbaffen kommen nur hier vor. Die
Raubtiere sind auf Madagaskar nur durch einige Arten
abweichender Schleichkatzen vertreten, die Fossa, die
Fanaloka und den Falanuk. Eine weitere rein madagassische
Tiergruppe sind die igelähnlichen Tenreks. Durch die lange
geographische Isolation haben sich bei anderen Tiergattungen
spezifische, nur auf Madagaskar vertretene Arten entwickelt.
Dazu zählt beispielsweise die Bernierente, die heute zu den
seltensten Wasservögeln der Welt gehört. Dafür fehlen auf
der Insel viele Arten wie zum Beispiel Affen und
Giftschlangen.
Die Insel ist ursprünglich nahezu komplett bewaldet gewesen.
Die küstennahen Zonen sind dabei von tropischem
Tieflandregenwald bedeckt. Von den ursprünglichen
Regenwäldern sind nur noch 4 % erhalten. Die größten
zusammenhängenden Regenwaldflächen, die noch existieren,
liegen auf der Masoala-Halbinsel.
Das zentrale Madagaskar ist eine Hochebene mit
durchschnittlichen Höhen von 1.100 m. Es fällt nach Osten
schroff und steil ab, während der Anstieg im Westen sanfter
ausfällt. Das Plateau gipfelt im Maromokotro, dem mit 2.876
m höchstem Berg der Insel. Auf dem Plateau ist das Klima
gemäßigt.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Antananarivo
1.391.506 Einwohner, Toamasina 206.390 Einwohner, Antsirabe
182.804 Einwohner und Fianarantsoa 167.240 Einwohner. |
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Bevölkerung
Die Madagassen bilden ein kulturell homogenes Volk,
bestehend offiziell aus 18 miteinander verwandten
Bevölkerungsgruppen (foko). Die kulturelle Einheit drückt
sich insbesondere durch die gemeinsame Sprache (malagasy,
Madagassisch) aus, wobei die ethnischen Gruppen über einige
Dialekte verfügen. Zudem unterscheiden sich die Sitten und
Gebräuche von Ethnie zu Ethnie mal mehr, mal weniger.
Im Allgemeinen leben die Madagassen sehr traditionsbewusst,
wobei ausländische kulturelle Einflüsse im Laufe der Zeit
immer wieder integriert worden sind, vor allem in den
Städten. Dem umfangreichen kulturellen Reichtum gegenüber
steht eine weit verbreitete materielle Armut, verursacht
durch jahrzehntelange aus- und inländische Ausbeutung und
mehrere jährliche Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Dürre).
Das große Bevölkerungswachstum in Verbindung mit dem
traditionellen Abbrennen von Wald für landwirtschaftliche
Zwecke und der Rodung für Bau, Heizmaterial und andere
Zwecke bewirkt große ökologische Probleme. Die Waldfläche
ist seit den 1950er-Jahren massiv geschrumpft.
Minderheiten
etwa 130.000 Komorer
27.000 Franzosen
25.000 Inder
9.000 Chinesen
Religion
52 % madagassischer Glauben (Monotheismus, Ahnenverehrung)
41 % Christentum (23 % römisch-katholisch, 18 %
Protestanten, 0,1 % Zeugen Jehovas)
7 % Islam |
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Geschichte
Es ist wenig bekannt über die Besiedlungsgeschichte der
Insel, die vermutlich vor etwa 1.500 bis 1.200 Jahren
stattgefunden hat. Die Ureinwohner Madagaskars waren nicht,
wie man vermuten könnte, Afrikaner. Die ersten Siedler
gehörten der malaio-polynesischen Sprachgruppe an und kamen
aus Südostasien. Unklar ist, ob sie auf direktem Weg oder in
mehreren Etappen ihr Ziel erreichten. Die damalige
Bevölkerung könnte in die Gruppen der Sakalava, Betsileo und
Merina eingeteilt werden, die eigene Reiche bildeten.
Auch die nach und nach eingewanderten Afrikaner und Araber
konnten an den südost-asiatischen Gesichtern der Bevölkerung
nicht viel ändern.
Am 10. August 1500 sichtete der portugiesische Seefahrer
Diogo Dias als erster Europäer Madagaskar und nannte die
Insel São Lorenço. Später erscheint die Insel auch unter dem
Namen Santa Apolonia auf den Karten der Portugiesen.
Politik
Die Nationalversammlung hat 150 auf vier Jahre gewählte
Mitglieder. Zusammen mit dem Senat bildet sie das Parlament.
Außenpolitik
Bis zur so genannten sozialistischen Revolution 1975
unterhielt Madagaskar ausschließlich Beziehungen zum Westen,
öffnete sich dann aber beiden Seiten. Die bisher ignorierten
Staaten Volksrepublik China und Sowjetunion eröffneten
daraufhin Botschaften in Madagaskar.
Die Beziehungen zum Westen nahmen dadurch Schaden und
normalisierten sich erst nach einigen Jahren wieder völlig.
Besonders Frankreich hat großes Interesse an der ehemaligen
Kolonie. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor Russland
das Interesse am Inselstaat, China leistete dagegen
weiterhin Entwicklungshilfe.
Innenpolitik
Durch eine neue Verfassung wurde Madagaskar 1992 zu einer
Präsidialrepublik, deren erster Präsident aber nach vier
Jahren abgesetzt wurde, da er seine verfassungsmäßigen
Kompetenzen überschritt.
Daraufhin wurde 1996 Didier Ratsiraka von der Einheitspartei
Association pour la Renaissance de Madagascar (AREMA), die
in den 1970er-Jahren die Macht innehatte, mit knapper
Mehrheit zum neuen Präsidenten gewählt, aber erst nach
einigem Zögern des Verfassungsgerichts vereidigt.
Dieses Zögern scheint im Nachhinein betrachtet berechtigt,
da Ratsiraka kurz nach seiner Vereidigung Mitte 1998 eine
Verfassungsänderung durchsetzte, die ihm mehr Macht
zusprach. Im April 2001 wurde zum ersten Mal die zweite
Kammer, der Senat, gewählt.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 16. Dezember 2001 erhielt
Marc Ravalomanana offiziell anfangs keine absolute Mehrheit
(46 %), weigerte sich aber, sich einem zweiten Wahldurchgang
zu stellen, da er seinen Informationen nach 52 % der Stimmen
erhalten hatte. Am 28. April gab das Verfassungsgericht aber
ein neues Ergebnis heraus, wonach er mit 51,3 % (gegenüber
35 % für den bisherigen Präsidenten) gewonnen hatte.
Ravalomanana wurde vom Verfassungsgericht zum Sieger
erklärt. Dazwischen lagen turbulente Monate. Der bisherige
Präsident Didier Ratsiraka floh, Ravalomanana rief zu
Generalstreiks auf und es gab 30 bis 40 Tote.
Auch wenn sich die Lage mittlerweile wieder stabilisiert
hat, sind die Unzufriedenheit und Armut der Bevölkerung
weiterhin sehr groß.
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