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Das Königreich Marokko (المملكة المغربية ) ist ein Staat in
Nordwest-Afrika.
Es grenzt an Algerien, Mauretanien, die beiden spanischen
Exklaven Ceuta und Melilla, den Atlantik und das Mittelmeer.
Marokkos Südgrenze bleibt jedoch wegen des
Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UNO-Referendums
über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara
international umstritten. |
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Landesname
Während sich das Land in der eigenen offizielle
Staatsbezeichnung "al-Mamlakah al-Maghribiyah" anspruchsvoll
und eher allgemein als "Maghrebinisches Königreich"
bezeichnet (bis in die 1960er übrigens "Scherifisches
Maghrebinisches Königreich") hat sich international die
europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt
Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.
Geographie
Die wichtigsten Städte sind (Stand 1. Januar 2004):
Casablanca: 3.672.900 Einwohner
Rabat: 1.550.100 Einwohner
Fès: 1.002.600 Einwohner
Marrakesch: 848.000 Einwohner
Tanger: 620.400 Einwohner
Bevölkerung
Rund 60% (Januar 2005) der Bevölkerung leben in Städten.
Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern
berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen (Tachelhit,
Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair, und ehemals
auch Judeo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im
gesamten Land als Geschäfts- und Bildungssprache benutzt,
verliert aber langsam an Bedeutung bei der Bevölkerung. Im
Norden Marokkos wird zusätzlich Spanisch gebraucht. 98 % der
Bevölkerung sind Muslime, 1,4 Christen und 0,6 Juden. Der
Islam in Marokko ist durchaus liberaler als in anderen
arabischen Staaten, was vermutlich mit der engen Bindung an
Europa zusammenhängt. Nicht mehr alle Frauen tragen ein
Kopftuch oder Schleier. Besonders in den Städten kleiden
sich immer mehr Frauen nach europäischen Vorbild betont
modisch. Auch alleine Ausgehen ist für Frauen zumindest in
den Städten kein Problem mehr.
Geschichte
Marokko wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von
Berberstämmen bewohnt, die im 3. Jahrhundert v. Chr. das
Königreich Mauretanien bildeten. Nach der römischen
Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7.
Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der
Islam von den Berbern übernommen, doch kam es wegen
Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu
Aufständen. Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur
Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien
im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und
Meriniden. Den Almohaden gelang im 12. Jahrhundert sogar die
erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von
Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer
Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt. Seit dem 15.
Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend
arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert die bis
heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie
konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den
europäischen Kolonialmächten lange behaupten und musste erst
1912 das französische Protektorat anerkennen. Doch schon
bald nach dem Zweiten Weltkrieg war Frankreich gezwungen,
Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956).
1976 annektierte Marokko nach dem Grünen Marsch von 1975, an
dem über 350.000 unbewaffnete marokkanische Zivilisten
teilnahmen, die benachbarte Westsahara, die bisher als
Kolonie von Spanien verwaltet wurde und vorher unter
weitgehendem marokkanischem und (gebietsweise)
mauretinischem Einfluss stand. Der damalige König Marokkos,
Hassan II., bat den internationalen Gerichtshof in Den Haag
um ein Urteil, das die historische Zugehörigkeit der
Westsahara zu Marokko belegen sollte. Der internationale
Gerichtshof in Den Haag sprach Marokko jedoch sämtliche
Besitzansprüche auf die besetzten Gebiete ab, worauf Marokko
das Urteil schlicht ignorierte. Die UNO forderte Marokko
auf, in einer Volksabstimmung die verbliebene und die
vertriebene Bevölkerung der Westsahara über Freiheit oder
Zugehörigkeit zu Marokko entscheiden zu lassen. Hassan II.
stimmte diesem Vorgehen zu, die Abstimmung hat jedoch bis
heute nicht stattgefunden. Indes betreibt Marokko eine
umfassende Besiedlungspolitik in der Sahara, wohl um den
marokkanischen Bevölkerungsanteil bis zur Abstimmung groß
genug werden zu lassen. Ein Teil der saharouischen
Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern in der algerischen
Sahara. Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen
Republik Sahara in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko
als einziger afrikanischer Staat es vorgezogen, nicht
Mitglied der AU zu sein. |
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Politik
Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren
derzeitiges Staatsoberhaupt, seit dem 23. Juli 1999, König
Mohammed VI. ist. König Mohammed VI. gehört der Dynastie der
Alawiden an, die seit über drei Jahrhunderten über Marokko
herrscht. Er ist nicht nur weltliches, sondern als Führer
der Gläubigen auch geistiges Oberhaupt der marokkanischen
Bevölkerung. Der König ernennt nicht nur den
Premierminister, der in der Regel von der stärksten
politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird,
sondern auch das gesamte Kabinett und verfügt daneben über
zahlreiche Befugnisse, die seine Position als mächtigste
Instanz des Staates untermauern. Im Vergleich zu
europäischen Monarchien hat der marokkanische König
weitergehendere Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der
Premierminister die politischen Tagesgeschäfte führt.
Derzeitiger Premierminister ist seit dem 7. November 2002
der parteilose Driss Jettou. Marokko verfügt seit einer
konstitutionellen Reform von 1996 über ein parlamentarisches
Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Darüber
hinaus gewährt die Verfassung des Landes eine unabhängige
Judikative. Die Richter des Obersten Gerichtshofes werden
vom König ernannt. |
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Außenpolitik
Marokko war das erste Land, welches die jungen Vereinigten
Staaten von Amerika im Jahre 1777 offiziell anerkannte. Der
"Moroccan-American Treaty of Friendship" von 1783, welcher
von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas
Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch Amerikas
längster ungebrochener Freundschaftsvertrag mit einem
anderen Staat. Die US-Marokkanischen Beziehungen sind so
gut, dass die Vereinigten Staaten Marokko den Status eines
Hauptverbündeten Alliierten außerhalb der NATO (Major
Non-Nato Ally) im Juni 2004 zuerkannten (Quelle: background
note on Morocco, Oct. 2004 des US-Außenministeriums).
Wirtschaft
Marokko ist reich an Phosphat, weshalb ca. 75 % des weltweit
geförderten Phosphats aus Marokko stammt. Daneben gibt es
Rohstoffvorkommen von Phosphor, Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz,
Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel,
Kobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko nur zu rund 13
% aus eigenen Mitteln decken.
Die Landwirtschaft Marokkos macht 16 % am BIP aus (Stand:
2003), kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor
betrachtet werden, da hier ca. 43 % der erwerbstätigen
Bevölkerung beschäftigt sind. Angebaut werden Getreide,
Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Oliven, Zitrusfrüchte,
Baumwolle, Wein, Mandeln, Datteln und Tabak. Die Viehzucht
in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den
Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen,
Rinder, Esel, Kamele, Pferde). Rund 10 % des Waldbestandes
sind Korkeichen (Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent
der Erde). Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste
sind bedeutend für den Export.
Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft werden
insgesamt 33 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet
(Stand: 2003). Die Industrie verarbeitet vor allem die
Agrar- und Fischfangerträge. Wichtig ist auch die
Textilindustrie, wobei aber auch die traditionelle
Verarbeitung von Leder, Textilien und Metall nach wie vor
eine Rolle spielt. Des Weiteren sind die Produktion von
elektrotechnischen Gütern, die Metallverarbeitung, die
Produktion von Autoteilen und die chemische Industrie
maßgebend für den marokkanischen Industriesektor.
Im Dienstleistungsbereich werden 53 % (Stand: 2003) des BIP
Marokkos erwirtschaftet, wobei es sich hierbei hauptsächlich
um Dienstleistungen den Tourismus betreffend handelt. Etwa
80 % der Touristen die Marokko besuchen sind Europäer.
Außenwirtschaft: Exportiert werden jährlich Güter in einem
Gesamtwert von ca. 7,1 Mrd. Euro (Stand: 2003).
Hauptexportgüter des Königreiches sind Nahrungsmittel und
Tabak, welche ca. 33,6 % des Exportvolumens ausmachen,
Konsumgüter (22,1 %), Phosphate und Düngemittel (21,7 %)
sowie Fisch und Fischereiprodukte (14,5 %). Hauptabnehmer
marokkanischer Güter sind Frankreich (27 %), Spanien (13 %),
Großbritannien (8 %) sowie Deutschland und Italien (jeweils
6 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im
Gesamtwert von ca. 9,6 Mrd. Euro. Hauptsächlich handelt es
sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbfertigwaren
(23,8 %), Maschinen und Transportmittel (20,2 %) sowie
Nahrungsmittel (13,5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter
sind Frankreich (24,3 %), Spanien (9,8 %) und Großbritannien
(6,0 %).
Eine der weitaus wichtigsten Einnahmequellen Marokkos sind
jedoch vor allem die Geldüberweisungen der im Ausland
lebenden und arbeitenden Marokkaner. Allein in Europa leben
ca. 1 Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch
ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2
Milliarden Euro sorgen, eine Summe welche die Einnahmen aus
dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und
somit unerlässlich für Marokko ist.
Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte
Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums,
Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht.
Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur
Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos
Ziel der EU beizutreten ist mit der Unterzeichnung eines
Assoziationsabkommens mit der EU im Jahr 1996 (in Kraft
getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den
1990ern gilt die marokkanische Wirtschaft als liberalste und
offenste Volkswirtschaft des Maghreb. Seit den späten 1980er
Jahren bemüht sich das Königreich seine Staatsbetriebe zu
privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger
als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen
Prozess durchlaufen haben. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko
ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von
Minderheitenbeteiligungen an marokkanischen Banken. Eine
weitere Öffnung des Marktes für ausländische Investoren
wurde bereits angekündigt.
Mit den Vereinigten Staaten von Amerika wurde eine
Freihandelszone vereinbart. Das US-marokkanische
Freihandelsabkommen wurde am 22. Juli 2004 vom US-Senat bei
einer Stimmenmehrheit von 85 zu 13 ratifiziert und wird,
sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie-
und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit
Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das
Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone
mit der EU geplant.
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