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Namibia

Die Republik Namibia, manchmal auch Namibien genannt, liegt im südlichen Afrika. Der Name des Staates leitet sich von der Wüste Namib ab, die den gesamten Küstenraum des Landes einnimmt. Nationalfeiertag ist der 21. März, Tag der Unabhängigkeit (1990).


 

Namibia Landkarte 
 

 

Geographie
Das Gebiet des heutigen Namibias wird als einer der ältesten Teile der Erdkruste bezeichnet. Noch lange vor der Entstehung des Superkontinents Gondwana bildeten sich vor mehr als 2 Milliarden Jahren im Gebiet des heutigen Afrika zwei Festlandsockel - der Kongo-Kraton und der Kalahari-Kraton. Letzterer umfasst große Teile des heutigen Namibias. Durch verschiedene tektonische Vorgänge entstand dann vor etwa 550 Millionen Jahren ein riesiges, zusammenhängendes Festlandgebiet, das die heutigen (Teil-)Kontinente Afrika, Südamerika, Australien, Indien und die Antarktis umfasste: Gondwana.
Vor etwa 150 Millionen Jahren begann dieser Superkontinent allmählich in die heute bekannten Kontinente zu zerbrechen und auseinanderzudriften. Die besonderen, über Jahrmillionen andauernden klimatischen Verhältnisse in Südwestafrika führten dazu, dass viele geologische Strukturen, Vorgänge und Erscheinungen besonders gut erhalten und deshalb auch heute noch zu beobachten sind. Dazu gehört letztlich auch die Namib, die damit wohl als die älteste Wüste der Welt gelten darf.

Namibia liegt zwischen 17° und 29° südlicher Breite sowie 12° und 25° östlicher Länge. Dies entspricht auf der Nordhalbkugel etwa der Lage Libyens und des nördlichen Tschad.
Namibia wird im Osten nach Botswana hin von der Kalahari, im Süden nach Südafrika hin vom Oranje - auch Orange River genannt -, im Westen vom Südatlantik und im Norden nach Angola hin vom Kunene begrenzt. Im Nordosten erstreckt sich zudem ein ca. 450 km langer und bis zu 50 km breiter Landfinger zwischen den nördlich angrenzenden Ländern Angola und Sambia und dem südlich angrenzenden Botswana bis zum Sambesi - der Caprivi-Streifen.
Das gesamte Staatsgebiet Namibias umfasst ca. 824.000 km² und ist damit mehr als zweimal so groß wie Deutschland. Im wesentlichen wird Namibia durch zwei Wüsten geprägt: im Westen durch die von der Kapprovinz bis weit nach Angola hineinreichende Namib und im Osten durch die Kalahari. Zwischen beiden Wüsten liegt das durchschnittlich 1.700 m hohe, um die Hauptstadt Windhoek herum auch das die 2.000-Meter-Grenze überschreitende Binnenhochland. Der höchste Berg jedoch - der rund 2.600 m hohe Brandberg - liegt nahe der Küste, ca. 200 km nördlich der Küstenstadt Swakopmund. Im Osten geht das Binnenhochland allmählich in das rund 1.200 m hoch gelegene, von Trockenvegetation bedeckte Kalahari-Hochland über.

Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse ist eine landwirtschaftliche Nutzung des Landes nur in beschränktem Maße möglich: im trockenen Süden vor allem Viehzucht - im relativ regenreichen Norden auch Ackerbau. Eine Besonderheit der Namib sind die Dünen im Gebiet von Sossusvlei. Sie sind als die höchsten der Welt bekannt und erreichen eine Höhe von mehr als 300 m. Der Reiz dieser Dünenlandschaft liegt aber nicht allein in ihrer Höhe, sondern vor allem in dem von Feuchtigkeitsgehalt und Sonnenstand abhängigen Farbenspiel der Dünen.
Die größten Städte sind: Windhoek, Rundu, Walvis Bay, Oshakati und Swakopmund. Siehe auch die Liste der Städte in Namibia.

Klima
Das Klima Namibias ist subtropisch kontinental mit einer ausgeprägten Aridität (Verdunstungsrate höher als die Niederschläge) vor allem in den südlichen Landesteilen sowie der durch den kalten Benguela-Strom bestimmten Atlantikküste. Die Besonderheit des Benguela-Stroms liegt darin, dass er einerseits infolge Kondensation die Bildung von Regenwolken verhindert, andererseits aber im Zusammenwirken mit dem hier vorherrschenden Südwestwind für regelmäßigen Nebel und damit für eine gewisse Feuchtigkeitszufuhr in der Küstenregion sorgt.

Der größte Teil Namibias liegt im tropischen Sommerregengebiet, d. h. mit zwar unregelmäßigen, aber gelegentlich sehr heftigen Regenfällen zwischen November und April; der äußerste Süden dagegen liegt im Winterregengebiet, so dass Regenfälle - wenn überhaupt - vor allem in den Monaten Juni-Juli auftreten. Bei aller Unregelmäßigkeit der Regenfälle hinsichtlich Häufigkeit und Ergiebigkeit nehmen diese ausgehend vom Süden mit unter 50 mm pro Jahr in Richtung Nordosten mit bis zu 600 mm pro Jahr deutlich zu, was allerdings regionale Trockenperioden von mehreren Jahren nicht ausschließt.

 Landkarte Namibia

Von den Temperaturen her wird Namibia vor allem durch hohe Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen den verschiedenen Landesteilen bestimmt. Temperatursprünge von mehr als 20° C innerhalb weniger Stunden sind häufig. Die heißesten Monate sind Dezember und Januar mit Temperaturen von regelmäßig deutlich über 30° C, die kältesten Monate sind Juli/August, wo es nachts auch deutlich unter 0° C gehen kann, tagsüber dann aber auch um die 25° C warm ist. Im Allgemeinen ist die Luft - insbesondere im Hochland - ausgesprochen trocken, so dass auch höhere Temperaturen sehr gut zu ertragen sind. Lediglich an der Küste ist es infolge der Auswirkungen des Benguela-Stroms regelmäßig deutlich kühler.

Bevölkerung
In Namibia sind mehrere ethnische Gruppen ansässig. Die bantusprechenden Ovambos stellen etwa 50 Prozent der Bevölkerung. Sie leben vor allem in den nördlichen Regionen Omusati, Oshana, Ohangwena und Oshikoto. Andere bantusprachige Ethnien sind die Kavango-Völker (in der Region Kavango), Herero (in der Region Otjozondjupa), Himba (in der Region Kunene) und Caprivianer (in der Region Caprivi).
Khoisansprechende Gruppen sind Nama (in der Region Karas), Damara (in der Region Erongo), San (Buschleute – in der Region Omaheke).
Indogermanischsprachige Gruppen sind Farbige, Rehobother Baster, Afrikaaner (die Mehrheit der 75.000 "weißen" Einwohner Namibias), Deutsche (ca. 13.000) und Portugiesen (ca. 5.000 im Norden des Landes).
In Namibia werden also verschiedene Sprachen gesprochen: Englisch, Afrikaans, Deutsch, verschiedene Bantu-Sprachen (darunter Kwanyama und Kwambi von den Ovambo; Otjiherero von den Herero und Himba) und verschiedene Khoisan-Sprachen (von den Nama, den Orlam, den San und den Damara). Alle Sprachen sind anerkannt, jedoch nur Englisch ist offizielle Amtssprache.
Insgesamt hat Namibia ca. 2 Millionen Einwohner (Stand 2005) mit bisher stark wachsender Tendenz (1961: ca. 600.000 Einwohner). Es wird allerdings abzuwarten sein, welchen Einfluss die stark zunehmende und bereits über 20 % der Gesamtbevölkerung erfasst habende AIDS-Seuche auf die Bevölkerungsentwicklung haben wird. Schon jetzt zeigt sich deren verhängnisvolle Wirkung bei der durchschnittlichen Lebenserwartung der Namibier: Sie lag 1980 bei etwa 58 Jahren und ist im Jahre 2005 trotz besserer medizinischer Grundversorgung auf etwa 38 Jahre gesunken. Die hiergegen von der Völkergemeinschaft und der namibischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen scheitern häufig an kulturellen Gewohnheiten sowie an den Schwierigkeiten bei der Erfassung und Erreichbarkeit der bereits Infizierten.


Wirtschaft
Etwa 20 % des Bruttosozialprodukts von Namibia wird vom Bergbau erwirtschaftet. Rohstoffe Namibias sind vor allem Uran und Diamanten, daneben werden auch große Mengen Kupfer, Gold, Blei, Zinn und Erdgas gefördert.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft, in der etwa die Hälfte aller Erwerbstätigen in Namibia beschäftigt sind, wobei die Viehzucht (Rinder, Schafe) den größten Anteil hat. Daneben spielen die Fischerei und der Tourismus eine immer größere Rolle. Dahingegen ist die verarbeitende Industrie in Namibia nur schwach ausgeprägt, so dass ein großer Teil der Konsumgüter und Maschinen eingeführt werden muss.
Obwohl Namibia zu den reicheren Ländern Afrikas zählt, ist Namibias Wirtschaft auch gekennzeichnet durch eine hohe Arbeitslosigkeit (etwa 30 bis 40 %) und niedrige Löhne: das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt lediglich bei etwa 120 Euro - allerdings mit einer beträchtlichen Schwankungsbreite. Aufgrund der niedrigen Löhne einerseits und der sehr unvollkommenen steuerlichen Erfassung des Einkommens andererseits zahlten 2004 nur ca. 64.000 Einwohner Namibias Steuern.
Wichtigster Handelspartner ist Südafrika; ein in der Praxis durchaus spürbares Handelshindernis ist die von Südafrika abweichende Zeitzone - für die Dauer von 5 Monaten gehen im Handelsverkehr täglich 4 Arbeitsstunden verloren. Namibia ist Mitglied der COMESA.

Tourismus
Die Größe des Landes, seine vielfältigen Landschaftsformen und sein Tierreichtum haben Südwest-Afrika bereits in den 1950er Jahren zu einem interessanten Reisegebiet werden lassen - zunächst jedoch vor allem für die benachbarten südafrikanischen Touristen, die hier etwas fanden, was in ihrer Heimat zunehmend im Schwinden begriffen war: unberührte Natur und unendlich erscheinende Weite. Zudem stand Namibia damals unter südafrikanischer Verwaltung, so dass es für Einreise und Aufenthalt keinerlei Hürden gab.
Mit dem Auf- und Ausbau internationaler Flugverbindungen, eines bedarfsgerechten Straßennetzes und eines erwartungsentsprechenden Gastgewerbes wurde Namibia in gleichem Maße für überseeische Touristen interessant wie Südafrika aufgrund seiner weltweiten Ächtung infolge der Apartheidspolitik an Interesse verlor. Wachsender Wohlstand in Europa und komfortablere Flugverbindungen ließen Reisekosten und Reisedauer als Hindernisse in den Hintergrund treten, wobei es insbesondere deutsche Touristen als sehr angenehm empfanden, mit Namibia ein Zielland gefunden zu haben, in dem man auch mit Deutsch sehr gut auskommen konnte. Die sich damit anbahnende Entwicklung wurde durch die schwächer werdende Landeswährung (den südafrikanischen Rand) und den praktisch nicht vorhandenen Zeitunterschied zwischen Deutschland und Namibia gefördert. Heute stellt Europa nach Südafrika das mit Abstand größte Touristenkontingent des Landes.

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