|
|
| |
|
Die Bundesrepublik Nigeria (Federal Republic of Nigeria) ist
eine ehemalige britische Kolonie in Westafrika und grenzt an
Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Es ist mit Abstand das
bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach
Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und
wirtschaftlichen Entwicklung. Nigeria konnte bisher seine
reichen Ölvorkommen nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung
nutzen. Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen
dem muslimischen Norden und dem christlich-animistischen
Süden sind die Haupthemmnisse, um Nigerias Bevölkerung ein
besseres Leben zu ermöglichen. |
|
|
Geographie
Ausdehnung: W-O 1200 km, N-S 1100 km
12 % Wald und Buschland, 34 % Ackerland, 23 % Wiesen und
Weiden
Geographische Lage: zwischen 4° und 14° nördlicher Breite
sowie 2° 40' und 14° 40' östlicher Länge
Geologische Merkmale: höchster Berg --> Chappal Waddi 2.419
m; längster Fluss --> Niger (Teil) 4205 km.
Landesgrenzen: 4047 km (Benin 773 km, Kamerun 1690 km,
Tschad 87 km, Niger 1497 km)
Küste: 853 km
Größte Städte (Stand 1. Januar 2005): Lagos 8.789.133
Einwohner, Kano 3.626.204 Einwohner, Ibadan 3.565.810
Einwohner, Kaduna 1.582.211 Einwohner, Port Harcourt
1.148.753 Einwohner, Benin-Stadt 1.125.511 Einwohner und
Maiduguri 1.112.511 Einwohner; siehe auch die Liste der
Städte in Nigeria |
|
Bevölkerung
50 % sind Muslime und 40 % Christen. 10 % hängen
traditionellen Religionen an. Die Hauptethnien sind Hausa
und Yoruba; dahinter folgen Igbo (Ibo) (18,0 %), Fulbe (11,2
%), Ibibio (5,6 %), Kanuri (4,2 %), Edo (3,4 %), Tiv (2,2
%), Ijaw (1,8 %), Bura (1,7 %), Nupe (1,2 %) und andere (8,1
%). Die Lebenserwartung beträgt 51,3 Jahre bei den Männern
und 51,7 Jahre bei den Frauen. Die Geburtenrate je 1000
Menschen ist 45,4. Die Todesrate je 1000 Menschen liegt bei
15,4. Gesprochen werden vor allenm Yoruba, Hausa und Igbo
und eine dreistellige Zahl anderer Sprachen. Amtssprache ist
Englisch.
Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in
Teilen Nigerias, waren 2004 fast zwei Drittel der weltweit
über 1.250 Polio-Fälle in Nigeria anzutreffen. Auch auf die
Bevölkerung der Nachbarländer wirkt sich dies negativ aus. |
|
|
Politik
Gesundheit/Soziales: Kranke, Arme und Alte sind auf
Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen
in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die
schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse
führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und
Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der
unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft
Tausende von Opfern.
Bildung: Schulpflicht von 6 bis 15 Jahren. Einschulungsquote
im Primärbereich: 93 %. Universitäten oder vergleichbare
Einrichtungen befinden sich in schlechtem Zustand.
Analphabetenrate: Männer 32,7 %, Frauen 52,7 %.
Armee: Berufsarmee mit 77.100 Mann (Heer 80,4 %; Marine 7,3
%; Luftwaffe 12,3 %). Anteil des Militärbudgets am
Staatshaushalt: 0,8 % (2004).
Infrastruktur
Das Schienennetz beläuft sich auf 3.505 km. Im Straßennetz
sind von 193.198 km 37.000 km befestigt. Es gibt fünf
internationale Flughäfen im Land, wichtigster ist in der
Hafenstadt Lagos. Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways
ist bankrott, jedoch gibt es zahlreiche private Fluglinien
für den Inlandsverkehr. Wasserwege belaufen sich auf 8.575
km. Überseehäfen finden sich in Lagos, Calabar, Warri und
Port Harcourt. Ölhäfen sind Bonny und Buruti. Hauptstadt ist
Abuja.
Auf 1.000 Einwohner kommen 66 Fernseher, 3,8 Telefone, 6,1
PCs und 0,01 Internetzugänge. 25 Tageszeitungen mit einer
Gesamtauflage von rund 1,7 Mio. Stück existieren in Nigeria.
Seit Mitte der 1990er Jahre entstand ein
Telekommunikationsboom im Mobilfunkbereich mit stetig
wachsender Zahl an Mobiltelefonen. Drei Netzbetreiber haben
eine zunehmende Flächendeckung und Roamingverträge mit allen
wichtigen europäischen Netzen.
Wirtschaft
Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 250 Euro
Ausfuhrgüter: Erdöl (größter Exporteur Afrikas und 5.größtes
Erdölvorkommen weltweit), Kakao, Gummi
Einfuhrgüter: Konsumgüter, Maschinen, Transportmittel,
chemische Produkte, Rohmaterialien, Nahrungsmittel und
Lebendvieh
Industrie: Erdölraffination, Bergbau,
Nahrungsmittelverarbeitung, Gummi, Eisen und Stahl,
Kraftfahrzeuge, Zigaretten, pharmazeutische Produkte,
Zellstoff und Papier, Felle und Häute, Textilien, Schuhe,
Zement, chemische Produkte, Düngemittel
Rohstoffe: Agrar-/Forstsektor: Kakao, Kaffee, Erdnüsse,
Palmkerne, Holz Mineralsektor: Erdöl, Erdgas, kleinere
Mengen anderer Mineralien
Tourismus: Der Tourismus ist weitgehend zum Erliegen
gekommen. 739.000 Besucher sorgten 1998 für Einnahmen von
118 Mio. Euro.
Das Land leidet unter hoher Korruption. Im Jahresbericht
2004 von Transparency International wird Nigeria an
drittletzter Stelle geführt . Präsident Obasanjo, der selbst
ca. 15 Jahre der Organisation vorstand, hat 2003 gemeinsam
mit Professor Peter Eigen, dem Gründer von TI in Berlin eine
Kampagne vorgestellt, die zum Ziel hat die hohe
Korruptionsrate zu verringern .
Text und Bilder dieser
Seite basieren auf diesen
Artikel von Wikipedia und der dort angeführten Autoren.
Text unterliegt der
GNU-Lizenz
für freie Dokumentation. |
|
|
|
|
|
|
|