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Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze
Afrikas. Der Nationalfeiertag, Tag der Verfassung (1994),
ist der 27. April. Südafrika liegt bei 22 - 35° Süd und 17 -
33° Ost und wird vom Atlantischen und dem Indischen Ozean
umschlossen. Das Land grenzt an Namibia, Botswana, Simbabwe,
Mosambik und das Swasiland. Lesotho liegt innerhalb der
Grenzen Südafrikas.
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Geographie
Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km².
Das Zentralplateau liegt in einer Höhe zwischen 900 und
2.000 Metern. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer
Breite von 20 bis 250 km wird Groot Randkant (Große
Randstufe) genannt.
Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in
die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana
Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m über NN) erreichen.
Höchster Berg Südafrikas ist der Njesuthi mit 3.446 m.
Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die
Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am
Kaap Agulhas (port.: agulhas = Nadeln), der äußersten
Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und
Indischer Ozean, westlich davon ist das Kap der Guten
Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die goeie Hoop).
Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den
Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer
Ozean. Der längste Fluss, der Oranje, mit einer Länge von
1.860 km entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber
nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die
Augrabiesfälle (Aukoerebis, "Ort des Großen Lärms") des
Oranje im Nordwesten des Gordoniadistriktes wurden 1778 von
Hendrik Wikar entdeckt, haben eine Breite von ca. 3 km und
sind 190 m hoch, davon 146 m im freien Fall. Der
Hauptwasserfall ist ca. 150 m breit. Weitere wichtige Flüsse
sind der Limpopo, der als Grenzfluß in Nordostrichtung nach
ca. 1.600 km in den Indischen Ozean mündet und der Vaal
(1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände
dieser Flüsse schwanken sehr stark.
Zu Südafrika gehören weiterhin die Prince-Edward-Inseln im
südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in
der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab
Südafrika 1994 auf. |
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Klima und Vegetation
Das Klima ist durch die Lage am südlichen Wendekreis
subtropisch, überwiegend sonnig und trocken. Schnee gibt es
im Winter meist nur in den Gebirgen. Die über das Jahr
verteilten Niederschläge nehmen von Südosten nach Nordwesten
ab, gleichzeitig nehmen die Temperaturen zu.
Durch seine Größe und mehrere Faktoren
(Meeresströme/Höhenlage) bedingt, variiert das Klima
zwischen den verschiedenen Teilen des Landes: Das Klima der
Westküste ist durch den Benguelastrom aus der Antarktis
kühler und trockener. An der Ostküste sorgt der Agulhasstrom
aus dem Indischen Ozean für ein eher feuchtes und warmes
Klima.
Die Lage auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die
Jahreszeiten den europäischen entgegengesetzt sind. Im
Winter, also zwischen Juni und August, kann in den
Drakensbergen, auf dem Highveld und sogar in Johannesburg
(1753 m über NN) und Umgebung Schnee liegen, abends und
nachts ist es dann sehr kalt. Tagsüber steigen die
Temperaturen auf ungefähr 23°C, im Sommer 30°C. Im Boland,
der Region um Kapstadt (15 m über NN), herrscht im Winter
kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es
dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten
KwaZulu-Natals, u. a. in Durban (5 m über NN) und entlang
der Ostküste ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch
meist ein kühlender Wind vom Meer. Temperaturen hier
ganzjährig 25° - 35°C. |
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Das Plateau im Osten des Landes (Johannesburg
eingeschlossen) ist durch warme, aber selten unangenehm
heiße Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste
und der Kalahariwüste kommt es dagegen zu extrem hohen
Temperaturen.
Am Westkap weht eine ständige, lindernde Brise, die Sommer
sind warm und selbst die Winter milde. Die Südküste ist
durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert.
Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten
Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und im
Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände
finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten. Am Nord-
und Westkap wachsen im Frühling prachtvolle Wildblumen. Das
Namaqualand (Nord-Kap) ist von Mitte August bis Mitte
September ein wahres Blütenmeer. Die artenreiche Tierwelt
wird in Wildschutzgebieten (z. B. dem Kruger-Nationalpark)
geschützt.
Bevölkerung
Das Land hat eine kulturell und ethnisch vielfältige
Bevölkerung. Es ist die Heimat vieler Stämme von
Ureinwohnern, von niederländischen, deutschen,
französischen, asiatischen und englischen Einwanderern und
deren Nachfahren, von Mischlingen. Der soziale Aufbau ist
ebenfalls sehr vielschichtig. Es ist ein multikulturelles
Land, obwohl immer noch die Spuren der Apartheid zu finden
sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.
Südafrika war 2002 zu 58% urbanisiert, die
Bevölkerungsdichte betrug im Jahr 2003 37 Einwohner pro km².
Das Bevölkerungswachstum beträgt 0,8% pro Jahr, die
Kindersterblichkeit 6,9%. Es gibt 1523 Einwohner pro Arzt.
Die Alphabetisierung beträgt etwa 85%. Die durchschnittliche
Lebenserwartung betrug für Frauen ungefähr 46 Jahre, für
Männer ein Jahr weniger.
Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen, des
weiteren gibt es Anhänger von Stammesreligionen
(mehrheitlich Animismus), Muslime (ca. 2 Prozent) und Hindus
(1,5 %).
Die Kapprovinzen werden mehrheitlich von Farbigen und Weißen
bewohnt.
Es gibt in Südafrika elf Amtssprachen, aus diesem Grund gibt
es auch elf verschiedene Bezeichnungen für den Staat
Südafrika:
Afrikaans: Republiek van Suid-Afrika
Englisch: Republic of South Africa
isiNdebele: IRiphabliki yeSewula Afrika
isiXhosa: IRiphabliki yaseMzantsi Afrika
isiZulu: IRiphabliki yaseNingizimu Afrika
Nördliches Sotho: Rephaboliki ya Afrika-Borwa
Sesotho: Rephaboliki ya Afrika Borwa
Setswana: Rephaboliki ya Aforika Borwa
Siswati: IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika
Tshivenda: Riphabuliki ya Afurika Tshipembe
Xitsonga: Riphabliki ra Afrika Dzonga
Politik
Nelson Mandela ist seit 1961 offiziell Republik, die ersten
demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der
Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er-Jahre
stand Südafrika unter der Herrschaft der international
geächteten Apartheid (der getrennten Entwicklung weißer,
schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen). Eine Wahrheits-
und Versöhnungskommission versuchte, diese Zeit
aufzubereiten.
Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament, das
sich aus der Nationalversammlung (400 Mitglieder), die nach
dem Verhältniswahlrecht gewählt wird, und dem Nationalrat
der Provinzen (90 Mitglieder, von denen jede der 9 Provinzen
10 Mitglieder wählt) zusammensetzt.
Der Präsident ist sowohl Staatsoberhaupt als auch
Regierungschef und wird alle 5 Jahre durch die
Nationalversammlung gewählt. Derzeitiger Staatschef ist
Thabo Mbeki, wie sein Vorgänger Nelson Mandela Angehöriger
der Partei und ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African
National Congress (Afrikanischer Nationalkongress - ANC).
Wirtschaft
Südafrika ist ein wohlhabendes Schwellenland und wird von
manchen Beobachtern (UN, EU) sogar schon zur Ersten Welt
gerechnet. Es ist reich an Bodenschätzen, hat ein gut
entwickeltes Finanz- und Rechtssystem sowie eine allgemein
gute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und
Transportwesen). Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum
geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 42%
(Jan.2005), und die Nachwirkung der Apartheid, v.a. Armut
und wirtschaftliche Benachteiligung der Nicht-Weißen
Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme
sind die hohe Kriminalitätsrate, die Korruption und
HIV/AIDS. Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an,
Wirtschaftswachstum und Investition durch die Auflockerung
des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe
und die Senkung der Staatsausgaben zu fördern. Diese
Bestrebungen stoßen auf harten Widerstand von Seiten der
organisierten Arbeitnehmerschaft. Die Einführung von
Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrtem
Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und zu
einer entsprechenden Landflucht und Arbeitslosigkeit.
Ein weiteres Problem der südafrikanischen Wirtschaft ist das
fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen
wurden in den vergangenen Jahren oftmals an verdiente aber
auch leider inkompetente Widerstandskämpfer gegen das
Arpartheitsregime vergeben. Diese Praxis wird oftmals in den
südafrikanischen Medien als Nepotismus bezeichnet.
Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum
Bruttosozialprodukt liegt bei 64 % durch den
Dienstleistungssektor, 32 % durch die Industrie, wozu heute
auch eine entwickelte Autoindustrie zählt, und nur 4 %
kommen aus der Landwirtschaft. Das Bruttosozialprodukt
betrug 115 Mrd. Euro und war damit das höchste aller
afrikanischer Staaten.
Südafrika ist in mehreren regionalen Wirtschafts- und
Entwicklungsprojekten beteiligt:
NEPAD - New Partnership for Africa's Development
SADC - Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft
Tourismus
Der Tourismus hat sich mittlerweile zu einem sehr wichtigen
Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt. Sehenswürdigkeiten
sind u. a.
Sun City
Kruger-Nationalpark und andere Nationalparks in Südafrika
der 3000 km lange Küstenstreifen
Kapstadt mit dem Tafelberg und der Kaphalbinsel (Kap der
guten Hoffnung)
Johannesburg, bekannt auch für die Goldminen
Drakensberge
Blyde River Canyon
Zurzeit wird der Tourismusanteil vom Bruttosozialprodukt
schon auf mehr als 7% geschätzt. Im Jahre 2002 waren mehr
als 6 Millionen Touristen im Lande. Ungefähr 3% der
Angestellten arbeiten in der Branche, bei der man sich
weiteren Zuwachs erhofft.
Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und
Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine
verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit
soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor
allem die lokale Bevölkerung in die Planung und Entwicklung
des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren
Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.
Südafrika zählt bereits heute zu einem der attraktivsten
Altersruhesitzländer und gilt unter Golfern als heißer Tipp.
Probleme des Landes
Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika in den letzten 10
Jahren gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So
werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer
noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der
Bevölkerung leben in so genannten Townships. Dabei handelt
es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung
der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Aids
ist trotz der Bemühungen seitens der Regierung weiterhin ein
Hauptproblem. Nach wie vor ungelöst ist die enorm hohe
Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die
sich besonders in den großen Städten manifestieren.
Kriminalität in Südafrika
Die Kriminalität in Südafrika ist ein sehr großes Problem.
Das Land hat eine der höchsten Verbrechensraten. Nur noch in
Kolumbien ist die Lage drastischer.
In Südafrika gibt es große soziale Unterschiede. Viele
Menschen, besonders die Schwarzen sind oft arm und
arbeitslos. Aus diesem Grund muß Südafrika mit einer hohen
Kriminalitätsrate kämpfen. Unter dem Apartheidsregime gab es
eine brutale Polizeibehörde, die das Problem größtenteils
mit nicht zu rechtfertigenden Methoden zu lösen versuchte.
Nach dem Übergang der Macht zu den Schwarzen wurde im
Polizeiapparat ein Vakuum hinterlassen, das bis heute nicht
gestopft werden konnte.
Nach der Kriminalitätsstatistik von 2004 sind 38 400 Frauen
und Mädchen vergewaltigt worden und 172 500 Fälle schwerer
Körperverletzung registriert. Eine südafrikanische
Spezialität ist „Carjacking“ bei der das Auto gewaltsam
entführt und der Fahrer, wenn er versuchen sollte,
Widerstand zu leisten - aber auch ohne Widerstand, um ihn
als Zeugen auszuschalten - häufig erschossen wird. 2004
wurden auf diese Weise 11 500 Autos entführt, weitere 81 900
auf übliche Weise gestohlen und in 142 450 Autos
eingebrochen bzw. die Einbrüche gemeldet.
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