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Die
Bezeichnungen China und Sino- stammen wahrscheinlich von dem
chinesischen Wort 秦 (Pinyin: Qín) der Qin-Dynastie. Über
mehrere Stationen und Sprachen erreichte das Wort auf der
Seidenstraße Europa.
Die Volksrepublik China umfasst beinahe das gesamte
kulturelle und geographische Gebiet in Asien, das als China
bekannt ist, mit Ausnahme von Taiwan und einigen kleinen
Inseln vor der Küste Fujians. Der politische Status Taiwans
ist nach wie vor umstritten; die Insel wird von der Republik
China (auch als National-China bezeichnet) regiert. Die
Begriffe Festlandschina und Rotchina werden in diesem
Zusammenhang häufig verwendet und bezeichnen die VR China
mit Ausnahme der beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und
Macao.
Die Volksrepublik China grenzt an 14 Staaten: Afghanistan,
Bhutan, Indien, Kasachstan, Nordkorea, Kirgisien, Laos,
Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan
und Vietnam.
Sie ist mit fast 10 Millionen Quadratkilometern etwa so groß
wie die USA oder ganz Europa bis zum Ural. Dies bedeutet,
dass sich die physische Oberfläche, die klimatischen
Bedingungen und damit die Voraussetzungen für menschliches
Leben zwischen den einzelnen Regionen des Landes sehr stark
unterscheiden. Das Territorium Chinas, im weiteren als
Synonym zur Volksrepublik China genutzt, ist nicht nur durch
menschlich geschaffene Grenzen, sondern auch durch
natürliche Grenzen von dem seiner Nachbarn getrennt: im
Osten und Südosten durch Meere (Gelbes Meer, Ostchinesisches
Meer und Südchinesisches Meer), im Süden, Südwesten, Westen
und Nordwesten durch hohe Bergmassive, im Norden durch
Steppen und Wüsten und im Nordosten durch Flüsse (Amur und
Ussuri). |
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Der Osten Chinas ist von vier großen, dicht besiedelten
Schwemmebenen geprägt. Dort befinden sich auch die Deltas
der größten Flüsse des Landes. Der südöstliche
Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig
ist. Dieses gesamte Gebiet hat eine Höhe von unter 500
Metern über dem Meeresspiegel.
Westlich an die Ebenen schließen sich Bergland und
Hochebenen und -Becken an, wie etwa die Mongolische
Hochebene, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken, das
Lössplateau oder das Yunnan-Guizhou-Hochland. Die Berge
haben hier Höhen von etwa 1000 bis 2000 Meter.
Westchina ist geprägt von Hochebenen und Hochgebirgen wie
dem Himalaya, Tianshan, Pamir oder der tibetischen
Hochebene. Die durchschnittliche Höhe der ganzen Region
beträgt 4000 Meter über dem Meeresspiegel und gehört damit
zu den höchstgelegenen Ebenen der Welt. Der Westen ist
zusammen mit der Inneren Mongolei auch die trockenste Region
des Landes mit den Wüsten Taklamakan und Gobi.
Wichtigste Flüsse sind der Jangtse (auch Changjiang = langer
Fluss) und der Gelbe Fluss (Huáng Hé), daneben Mekong,
Perlfluss, Brahmaputra und Amur. Aufgrund der geographischen
Situation Chinas fließen fast alle diese Flüsse von Westen
nach Osten, d.h. aus den Regionen mit wenig Niederschlag und
hohen Lagen in die Regionen mit viel Niederschlag und
niedrigen Lagen.
Die Hauptstadt Chinas ist Peking. Shanghai, Guangzhou, Wuhan,
Harbin, Nanjing, Xi'an, Chengdu, Tianjin, Chongqing und
Shenzhen sind weitere wichtige Städte.
Die Fläche Chinas besteht zu 1,5 Prozent aus Städten, 2
Prozent aus Feuchtgebieten, 6,5 Prozent aus Ödland, 9
Prozent aus Wald, 21 Prozent aus Wüste, 24 Prozent aus
Grasland und zu 36 Prozent aus Ackerland.
Das Klima ist so vielfältig wie die Geographie: Im Westen,
Norden und Nordosten herrscht kontinentales Klima mit sehr
kalten Wintern und heißen Sommern. Im Süden ist das Klima
hingegen subtropisch bis tropisch und Tibet hat ein
Hochgebirgsklima.
Naturkatastrophen
Besonders der Osten Chinas, aber auch die südlichen
Provinzen und der Himalaya sind häufig von Erdbeben
betroffen. Durch Bodenerosion entsteht die Gefahr von
Erdrutschen. An den Flüssen Jangtse und Huang He kommt es
häufig zu Überschwemmungen. Der Bau des
Drei-Schluchten-Damms bringt völlig neue Gefahren für die
Umwelt mit sich, weitreichende Veränderungen der Landschaft
und Vernichtung von natürlichen Lebensräumen durch
Überflutung, wird aber auch die Überflutungen flussabwärts
stark einschränken können.
Bevölkerung
China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und viele
seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der
Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und
die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der
Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche
Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb
in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig
sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.
Völker
91,59 Prozent der Bevölkerung Chinas sind Han-Chinesen und
obwohl die 55 offiziell anerkannten nationalen Minderheiten
gegenüber der Han-Mehrheit einige Vorrechte haben, wird der
Regierung der Volksrepublik China vielerseits vorgeworfen,
besonders die muslimischen Minderheiten zu unterdrücken.
Einer der Brennpunkte ist Xinjiang, welches die Heimat der
muslimischen Uiguren ist. Bereits seit der Eroberung durch
das kaiserliche China gibt es eine starke chinesische
Einwanderung nach Xinjiang, um einerseits die übervölkerten
ostchinesischen Gebiete zu entlasten und andererseits die
Bodenschätze Xinjiangs zu erschließen. Auch das
Atomtestgelände des chinesischen Militärs befindet sich in
der dünn besiedelten Region, wodurch es bei der
einheimischen Bevölkerung zu Strahlenschäden kam.
Bevölkerungsdichte
Die Volksrepublik China weist eine Bevölkerungsdichte von
etwa 135 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Dass diese
Zahl nicht sehr groß ist, liegt vor allem daran, dass etwa
Westchina eine sehr niedrige Bevölkerung auf großem
Territorium aufweist; dieses Territorium kann aber aufgrund
des Klimas auch nicht sehr viele Menschen aufnehmen. In
Tibet, dem am dünnsten besiedelten Teil des Landes, leben
auf einem Quadratkilometer durchschnittlich nur zwei
Menschen.
Der bei weitem größte Teil der Bevölkerung lebt in den
Küstenregionen. Etwa 115 Millionen Menschen, also fast 10 %
der chinesischen Bevölkerung, konzentrieren sich auf einer
Fläche von nur 50.000 km². Etwa die Hälfte der Bevölkerung
lebt auf 10 % der Fläche, was einer Bevölkerungsdichte von
740 Personen pro Quadratkilometer entspricht; und 90 % der
Bevölkerung leben auf einem Drittel des Staatsterritoriums,
was bedeutet, dass 90 % der Bevölkerung in Gebieten leben,
die mit durchschnittlich 350 Einw./km² so dicht bevölkert
sind wie Europas dichtestbesiedelte Länder.
Religion
Die Volksrepublik ist nach wie vor ein offiziell
atheistischer Staat. Nach mehr als einem halben Jahrhundert
sozialistischer Herrschaft bekennt sich die überwältigende
Mehrheit der Chinesen zu keiner Konfession. Es gibt keine
offiziellen Statistiken über Religionszugehörigkeit. In
Zahlen gegossene Aussagen über die Verbreitung einzelner
Religionen sind allesamt problematisch. Dies liegt unter
anderem daran, dass es im asiatischen Kulturkreis normal
ist, sich zu mehr als einer Religion zu bekennen.
Traditionelle Religionen sind Buddhismus, Daoismus, Islam,
Christentum und Lamaismus (in Tibet und der Inneren
Mongolei), daneben ist alter chinesischer Volks- und
Aberglauben sehr einflussreich. Der Konfuzianismus, der
eigentlich eher eine Sozialethik denn Religion ist,
beeinflusst bis heute die moralischen Verhaltensweisen der
Chinesen, obwohl er speziell unter Mao Zedong bekämpft
wurde.
Laut Umfragen bekennen sich 20% der Bevölkerung zum
Konfuzianismus, 20% zum Taoismus, 18% zum Buddhismus, 4%
sind Moslems, 2% Christen, 2% Volksglauben und 4% andere
Religionen(Hinduismus etw.). 4% geben an aus politischen
Gründen ihre Religion zu verleugnen. 26% bekennen sich als
Atheist, Agnostiker u.a..
Der Glaubensausübung sind nach wie vor strenge Grenzen
gesetzt, auch wenn die einschlägigen Regelungen viel
liberaler gehandhabt werden als noch in den frühen 1980er
Jahren. Die Toleranz der Behörden ist andererseits auch
stark abhängig von der generellen politischen Lage. So
erfahren Tempel und Klöster seit einiger Zeit wieder starken
Zulauf, was vor allem mit der größer gewordenen sozialen
Unsicherheit seit den Reformen in Zusammenhang steht. Im
gleichen Kontext sind zahlreiche neue religiöse Bewegungen
zu sehen, die seit den späten 1980er Jahren entstanden sind
und die von den Behörden zunächst ignoriert wurden. Die
bekannteste dieser Bewegungen ist Falun Gong.
Speziell dem Christentum steht die chinesische Regierung
skeptisch gegenüber, was nicht zuletzt historische Ursachen
hat. Nur die sich dem Staat unterordnenden "patriotischen"
Kirchen, etwa die Chinesische Katholisch Patriotische
Vereinigung, sind erlaubt. Diese erkennen als oberste
Instanz nicht den Papst, sondern die Kommunistische Partei
an. Für Aufsehen erregte die Verhaftung von Cai Zhuohua.
Weitere Spannungsfelder ergeben sich mit der muslimischen
Minderheit, die vor allem in Nordwestchina lebt, sowie mit
der lamaistischen Strömung des Buddhismus, vor allem in
Tibet. |