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Japan (jap. 日本 Nihon/Nippon;) ist nach Indonesien,
Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat
der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und
Koreas.
Der Landesname setzt sich aus den Zeichen 日 (Aussprache ni,
in der Bedeutung „Tag“ oder „Sonne“) und 本 (Aussprache hon,
in der Bedeutung „Ursprung“ oder „Wurzel“) zusammen. Japan
ist deshalb auch bekannt als „Land der aufgehenden Sonne“.
Sowohl der frühere mythologische Name Cipangu als auch Japan
leiten sich vermutlich von der chinesischen Aussprache der
Schriftzeichen (chin. 日本國 rìbĕnguó) ab. |
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Geographie
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste
Asiens erstreckt. Die Hauptinseln sind Hokkaido im Norden,
die zentrale und größte Insel Honshu, sowie Shikoku und
Kyushu im Süden. Dazu kommen ca. 3.000 kleinere Inseln, die
sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryukyu-Inseln
konzentrieren.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die
ungefähr 73 % der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste
Punkt Japans ist der Berg Fuji auf der Hauptinsel Honshū mit
3.776 m über dem Meeresspiegel. Da nur wenig flaches Land
vorhanden ist, sind alle größeren Ebenen mit Städten
bedeckt. Auch viele Berghänge wurden kultiviert.
Klima
Japan liegt überwiegend in der gemäßigten Klimazone.
Aufgrund der Länge der Inselkette ist das Klima jedoch sehr
unterschiedlich ausgeprägt. Auf der nördlichen Insel
Hokkaidō gibt es sehr kalte Winter, während der äußerste
Süden schon in einer subtropischen Zone liegt. Dazu kommt
der Einfluss von Winden - im Winter vom asiatischen
Kontinent zum Meer, und im Sommer vom Meer zum Kontinent.
Im Süden fällt im späten Juni und frühen Juli ein Großteil
des Jahresniederschlages als monsunartige Regenfront (jap.
梅雨前線 baiu zensen).
Japan kann wegen seiner breit gefächerten geographischen
Verhältnisse in sechs Hauptklimaregionen eingeteilt werden:
Hokkaido: nicht sonderlich starke Niederschläge, aber
während den langen kalten Wintern größere Schneeverwehungen
Japanisches Meer: Der Nordwestwind im Winter bringt starken
Schneefall. Im Sommer ist diese Region kühler als die
pazifische Region, jedoch gibt es hier öfter Föhn.
Zentrales Hochland (Chūo-kochi): starke
Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sowie Tag
und Nacht, geringe Niederschläge Seto-Inlandsee: Die Berge
der Region Chūgoku und Shikoku halten den Wind auf und
führen zu einem ganzjährig milden Klima.
Pazifikregion: kalte Winter mit geringem Schneefall und
heiße trockene Sommer
Nansei-shoto (Ryūkyū-Inseln): Subtropisches Klima mit warmen
Wintern und heißen Sommern. Starke Niederschläge vor allem
während der Regenzeit, regelmäßig auftretende Taifune. |
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Naturerscheinungen
Japan liegt an der geologischen Bruchzone dreier
tektonischer Platten (die Eurasische Platte im Westen und
Norden, die Philippinische Platte im Süden und die
Pazifische Platte im Osten). Von seinen etwa 240 Vulkanen,
die zum pazifischen Feuerring gehören, sind 40 aktiv. In der
gesamten Region gibt es nahezu täglich leichtere Erdbeben,
in größeren Abständen auch schwere (z. B. Großes
Kanto-Erdbeben 1923, Erdbeben von Kōbe 1995). Jedes Jahr
findet zum Jahrestag des Kanto-Erdbebens im September eine
Übung zum Katastrophenschutz statt.
Im Spätsommer beginnt die Taifun-Saison, bei der vor allem
der Süden und Südwesten Japans von über dem Pazifischen
Ozean entstehenden Wirbelstürmen heimgesucht wird (z. B. von
Tokage im Oktober 2004).
In den letzten tausend Jahren starben in Japan über 160.000
Menschen durch Tsunamis (durch unterseeische Erdbeben
ausgelöste Flutwellen). Das Land verfügt heutzutage durch
Messbojen im Pazifik über ein effektives
Tsunami-Frühwarnsystem. Für die Bevölkerung finden
regelmäßig Trainingsprogramme statt, viele japanische
Küstenstädte schützen sich durch das Errichten riesiger
Deiche. Diese Wälle aus Stahlbeton sind teilweise 10 Meter
hoch, bis zu 25 Meter breit und mit stabilen Metalltoren
ausgestattet. |
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Japanische Flora und Fauna
Das Japanische Archipel erstreckt sich in einem langen Bogen
von Norden nach Süden, im Inland finden sich Gebirge, die
die Baumgrenze überschreiten, und jenseits der Küste beginnt
das weite Meer. Verglichen mit der Enge des Lebensraums,
findet sich in Japan eine Vielzahl von Arten. Weiterhin gibt
es eine Vielzahl von abgelegenen Inseln, auf denen sich ein
ganz eigenständiges Ökosystem entwickelt und erhalten hat.
Erwähnt seien hier die Ogasawara-Inseln (auch: Bonin-Inseln),
1000 km südöstlich von Tōkyō, die wegen ihren endemischen
Spezies oft mit den Galapagos-Inseln verglichen werden.
Infrastruktur
Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine
Gesamtlänge von 23.577 km. Das entspricht Platz 14 (Stand
2004) der Weltrangliste (zum Vergleich: Deutschland liegt
mit 46.142 km auf Platz 9; Stand 2004; Quelle: CIA World
Factbook).
Die Nord-Süd-Verbindung des Shinkansen ist die Lebensader
des Landes. 1964, zu den Olympischen Spielen wurde das erste
Teilstück von Tōkyō nach Osaka eröffnet, damit können die
Japaner als Erfinder des modernen Hochgeschwindigkeitszugs
gelten. Durch kleine Strecken der sieben
Nachfolgegesellschaften der privatisierten Staatsbahn JR,
durch Privatbahnen, Überlandbusse und Fähren ist nahezu
jedes Dorf und jede kleine Insel in Japan an das Netz
angeschlossen. In den Städten gibt es exzellente
Nahverkehrsverbindungen, U-Bahnen wie in Tōkyō, Osaka, Kyōto
und vielen anderen, Busse, Straßenbahnen wie in Hiroshima
oder Matsuyama und natürlich Busse. Auch ungewöhnliche
Lösungen finden sich in Japan, wie die Einschienenbahn
Kitakyūshū. Bahn- sowie Nahverkehrsbeförderungsgebühren
schwanken stark nach Region und Betreibergesellschaft, sind
aber wegen fehlender staatlicher Subventionierung im
allgemeinen hoch.
Auch mit Häfen und Flughäfen ist Japan gut ausgestattet, da
Japan auf Grund seiner Insellage sämtlichen internationalen
Verkehr per Schiff oder Flugzeug abhandeln muss. Die größten
Flughäfen sind Tokyo Narita, Kansai International Airport
und der zur EXPO Aichi 2005 neu eröffnete Central Japan
International Airport. Da ebenes Land in Japan immer knapp
ist, wurden die letzten zwei der drei auf künstlichen Inseln
im Meer errichtet. An der Ostküste von Kyūshū ist eine
weitere solche Flughafeninsel in Bau.
Das gut ausgebaute Netz ist um so erstaunlicher, wenn man
bedenkt, dass im bergigen Inland und zwischen den Inseln
viele Tunnel und Brücken nötig sind, und dass die
Infrastruktur ständig durch Erdbeben, Taifune und
Vulkanausbrüche gefährdet ist. Strom- und Telefonleitungen
sind in Japan grundsätzlich überirdisch geführt, damit man
sie im Katastrophenfall schnell wieder herstellen kann. Ein
Problem sind allerdings die unterirdischen Gasleitungen, die
meisten Japaner kochen mit Erdgas. Bei Erdbeben brechen
dadurch schnell Feuer aus. Zur japanischen Infrastruktur
gehört deswegen auch ein dichtes Netz an
Katastrophenwarnsystemen und Rettungsinseln.
Ein Auto besitzt in Japan nur die Landbevölkerung und die
obere Mittelklasse. Da die Städte sehr dicht bebaut sind,
müssen Japaner in den Ballungsräumen nachweisen, dass sie
einen Parkplatz besitzen, bevor sie sich ein Auto kaufen
können. In Wohngegenden sind die Straßen sehr eng und haben
keine Bürgersteige. Es gibt im Straßenbild auch kaum LKWs,
denn nur schmale Kleinlaster kommen in den engen Gässchen
überall durch, um kleine Läden oder die an jeder Ecke
vorhandenen Getränkeautomaten zu beliefern. Auf japanischen
Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h.
Sehr gut ausgebaut ist das Telefonnetz, mittlerweile sind
schnelle Internetzugänge Standard und die gesamte
Bevölkerung vom Schulkind bis zum Greis besitzt ein Handy.
Japaner begeistern sich schnell für neue technische
Spielereien, und man kann davon ausgehen, dass auch in
Zukunft alle neuen Erfindungen auf diesem Gebiet zuerst auf
dem japanischen Markt zu finden sein werden.
Die zehn größten Städte
Tōkyō (Tokio) (8.340.000 Einwohner) -- Yokohama (3.307.100)
-- Ōsaka (2.602.400) -- Nagoya (2.152.200) -- Sapporo
(1.757.000) -- Kyōto (1.463.800) -- Kōbe (1.423.800) --
Fukuoka (1.284.800) -- Kawasaki (1.202.800) -- Hiroshima
(1.108.900) -- Sendai (920.000)
Religion
In Japan haben immer mehrere religiöse Glaubensformen
nebeneinander bestanden. Die wichtigsten sind der Shintō,
der sich von der japanischen Urreligion herleitet, und der
Buddhismus, der Japan im 5. oder 6. Jh. erreichte. Die
Besonderheit des japanischen Buddhismus liegt darin, das er
in viele verschiedenen Sekten (Schulen) gegliedert ist. In
Japan gibt es mit dem Zen-Buddhismus die strengste Form
dieser Religion, aber mit dem Nichiren-Buddhismus auch die
undogmatischste. Laut dem Sektengründer Nichiren muss man
nur einmal im Leben das sogenannte Lotus-Mantra aufsagen, um
vollständig erlöst zu werden. Daneben gab es chinesische
Einflüsse durch Taoismus und Konfuzianismus, die von Shintō
und Buddhismus aufgenommen und integriert wurden. Heute
gehören die meisten Japaner (über 80%) beiden
Hauptreligionen an, daher kann man die religiöse
Grundeinstellung in Japan als synkretisch bezeichnen. Das
Christentum (etwa 3% der Bev.) spielt in der Geschichte
Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg
herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan:
Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich
anerkannt angegeben. |
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