|
Die
Koreaner haben viele chinesische Handwerkskünste
perfektioniert. So war Korea lange bekannt für seine Seide
und Töpferei-Arbeiten, die zu den besten der Welt zählten.
Auch Goldarbeiten aus Korea waren hoch angesehen. Die ersten
metallgepanzerten Schiffe, Geobukseon genannt, wurden in
Korea entwickelt und eingesetzt.
In Korea wurde rund 200 Jahre vor Johannes Gutenbergs
Erfindung in Europa der Buchdruck mit beweglichen Lettern
aus Metall entwickelt, vermutlich eine Weiterentwicklung
chinesischer Druckmaschinen, wo man bereits im 11.
Jahrhundert mit beweglichen Lettern aus Ton druckte.
Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen
Menschen gesprochen, vor allem natürlich innerhalb Koreas.
Geschrieben wird koreanisch fast ausschießlich mit der
eigenen Schrift Hangeul, auch wenn es möglich ist, sie mit
lateinischen Buchstaben (Revidierte bzw.
McCune-Reischauer-Romanisierung) oder chinesischen Zeichen
(in Korea Hanja genannt) zu schreiben. Hangeul ist eine 1446
im Auftrag von König Sejong entwickelte Buchstabenschrift
mit 40 Zeichen. Da sie sehr logisch aufgebaut ist und gut an
die koreanische Aussprache angepasst ist, gilt sie als
leicht erlernbar – Gelehrte bezeichneten sie ursprünglich
verächtlich Morgenschrift, da sie an einem Morgen erlernbar
sei, im Gegensatz zur chinesischen Schrift, die zur
Beherrschung oft mehrjährige Studien benötigte. |
|
Immer noch reisen nur wenige Deutsche privat (nicht
geschäftlich) nach Korea. Kein deutschsprachiger Verlag hat
ein deutsch-koreanisches Wörterbuch und auch ein aktueller
deutschsprachiger Reiseführer fehlt, obwohl das Land äußerst
reizvoll ist. Die Schriftsteller Ko Un und Yi Munyol gelten
seit Jahren als Anwärter auf den Nobelpreis und auch jüngere
Autoren sind in anderen europäischen Ländern, so in
Frankreich, gelesener. Ins Deutsche fehlen gelungene
Übersetzungen und koreanische Literatur wird bisweilen als
wehleidig empfunden. Die koreanischen Verlage bereiten
Gegenmaßnahmen und ihren Auftritt als Gastland auf der
Frankfurter Buchmesse 2005 in großem Stil vor. Die
Gastländer bringen neben Büchern, Filmen usw. auch sonst
viele kulturelle Events mit, die sie während der Frankfurter
Buchmesse, davor, darüber hinaus auch an anderen Orten in
der Mainmetropole zeigen. So gibt es Konzerte und ein
Musical ("Linie 1"), ursprünglich aus Deutschland, in Korea
umgeschrieben (was die bisherige Einseitigkeit des
kulturellen Einflusses dokumentieren soll).
In das wiedervereinigte Deutschland passt das Symposion über
das geteilte Korea. Die Buchmesse hatte sich im Einklang mit
ihren Partnern aus Südkorea vergeblich bemüht, Nordkorea zu
bewegen, teilzunehmen. Sie thematisiert die nukleare
Bedrohung. Sie erwartet die Kultur Nordkoreas in den
Präsentationen und Diskussionen angemessen. Ein sehr
aufwendiger koreanischer Garten wird auf Dauer in Frankfurt
bleiben.
Weltweit liegt Korea bei den Buch-Neuerscheinungen auf Platz
sieben. Etwa 50 000 waren es 2004.
Korea hat im Norden und im Süden verschiedene Namen. In
Nordkorea ist Korea unter dem Namen Chosŏn bekannt, im Süden
als Hanguk.
Marco Polo nannte die Halbinsel während seiner Reisen im
späten 13. Jahrhundert Cauly. Dies ist vermutlich seine
Schreibung der chinesischen Aussprache des Namens von Goryeo,
die im modernen Chinesisch "Gaoli" lautet. In europäischen
Aufzeichnungen tauchen bis ins 20. Jahrhundert hinein die
beiden Schreibweisen "Corea" und "Korea" parallel auf, bis
sich schließlich die Schreibweise "Korea" im Englischen
(aber nicht in den romanischen Sprachen) allgemein
durchsetzte.
Die in den letzten Jahren hauptsächlich von koreanischen
Nationalisten vertretene These, die Änderung der
Schreibweise von "Corea" auf "Korea" sei von der japanischen
Besatzungsmacht betrieben worden, damit Japan alphabetisch
vor Korea stehe, ist wenig glaubhaft, da sie nicht mit
historischen Quellen belegt werden kann und es zweifelhaft
ist, ob Anfang des 20. Jahrhunderts das Bewusstsein für die
Umschrift in lateinischen Buchstaben in Ostasien besonders
ausgeprägt war. Die koreanische Regierung benutzte
ihrerseits bereits 1895, also 15 Jahre vor der Besatzung
Koreas durch Japan, die Umschrift "Korea" offiziell auf
Briefmarken. Die ebenfalls häufig geäußerte Behauptung, der
Namenswechsel habe mit den Olympischen Spielen zu tun, ist
unglaubwürdig: die erste Teilnahme Japans an den Olympischen
Spielen war 1912 in Stockholm, zwei Jahre nachdem sich Japan
Korea als Kolonie einverleibt hatte. Eine koreanische
Mannschaft nahm nicht teil, koreanische Sportler mussten für
das Japanische Kaiserreich an den Start gehen.
Der Name Korea leitet sich vom koreanischen Königreich
Goryeo her.
Geschichte
Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Halbinsel
vor rund 18.000 bis 12.000 Jahren besiedelt war. Die
klassische Legende in Korea besagt, dass die erste größere
Zivilisation (Go-Choseon) 2333 v. Chr. durch den
Gottmenschen Dangun (단군) ins Leben gerufen wurde.
Einige chinesische Schriften erwähnen eine Übersiedlung von
etwa 5.000 Chinesen um 1122 v. Chr., die das
Gija-Choseon-Königreich begründeten und sich mit der
einheimischen Bevölkerung mischten. Diese Schriften sind zum
Teil umstritten.
Von 57 v. Chr. bis 668 existierten die Drei Reiche von
Korea. Dies waren Goguryeo, Baekje und Silla. Der Buddhismus
wurde im Jahre 372 eingeführt. 660 verband sich das
Königreich von Silla mit der Tang-Dynastie von China und
vereinigte die drei Königreiche bis 668. Der Buddhismus
wurde Staatsreligion. Die Kultur erreichte ihren Höhepunkt,
die Hauptstadt Gyeongju war eine für ihren Reichtum berühmte
Millionenstadt.
Die Goryeo-Dynastie folgte der Sillaperiode und herrschte
von 918 bis 1392. In dieser Zeit wurde ein richtiges
Staatssystem aufgebaut. 1231 wurde die Halbinsel von den
Mongolen erobert und nach 25 Jahren ergab sich auch die
Königsfamilie. Für die folgenden 150 Jahre war Goryeo von
den Mongolen kontrolliert. Das Wort Goryeo gilt als der
Ursprung für die moderne Bezeichnung Korea.
1392 wurde der koreanische General Yi Seong Gye in das
Kaiserreich China entsandt, um sich gegen die Ming-Dynastie
zu wehren. Stattdessen tat er sich mit den Chinesen zusammen
und kam zurück, um die Goryeo-Dynastie zu beseitigen. Als
Folge konnte sich die Joseon-Dynastie etablieren. Im Jahre
1394 wurde die Hauptstadt nach Seoul verlegt und der
Konfuzianismus wurde als offizielle Religion angenommen.
Während dieser Periode erfand der König Sejong (vermutlich
als Chef eines zu diesem Zwecke gebildeten Stabes von
Gelehrten) im Jahre 1443 das koreanische Alphabet Hangeul.
Zwischen 1592 und 1598 wurde Korea verschiedentlich von den
Japanern heimgesucht. Diese Invasion auf Befehl des
japanischen Oberfeldherrn Hideyoshi führte zu Verwüstungen
und Zerstörungen, wie sie erst der Koreakrieg wieder mit
sich brachte. Admiral Yi Sun Shin, Koreas berühmtester
Militärführer, war maßgeblich daran beteiligt, das Land
gegen die Japaner zu verteidigen. Er hatte das erste
gepanzerte Kriegsschiff der Geschichte erfunden, eine
wendige Galeere, die wegen ihres gewölbten bronzegepanzerten
Oberdecks Geobukseon = Schildkrötenschiff genannt wurde.
Diese Schiffe vernichteten die japanischen Nachschubflotten,
so dass Hideyoshi seine Truppen zurückziehen musste.
Im 17. Jahrhundert kam der Katholizismus nach Korea. Da der
neue Glaube nicht toleriert wurde, weil er als ernste
Bedrohung des Konfuzianismus angesehen wurde, kam es im 18.
Jahrhundert zu einer 102 Jahre andauernden, gewaltsamen
Verfolgung der Katholiken, bei der etwa 20.000 Gläubige
meist durch Enthauptungen getötet wurden. 1886 hörte die
Verfolgung auf, 1899 wurde in Korea die Religionsfreiheit
gewährt. Pjöngjang wurde wegen vieler Kirchen und rund
300.000 Gläubigen um 1907 auch „Jerusalem des Ostens“
genannt. In Nordkorea werden Christen auch heute verfolgt
und hingerichtet.
Außenpolitisch versuchte sich Korea während des 19.
Jahrhunderts gegen eine Öffnung des Landes nach außen zu
wehren. Alle Grenzen wurden geschlossen und jeglicher
Kontakt, mit Ausnahme zum Kaiserreich China, wurde
abgebrochen. Als Folge daraus wurde Korea als das Hermit
Kingdom bekannt. 1871 kam Korea zum ersten militärischen
Kontakt mit den Vereinigten Staaten, in Korea bekannt als
der Shinmiyangyo. Ab 1876 zwang Japan den Koreanern
Handelsabkommen auf und nach dem ersten
Chinesisch-Japanischen Krieg (1894-1895) und dem
Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905), hatte sich Japan als
dominante Kraft in Ostasien etabliert. Dies wurde durch die
Ermordung von Königin Min unterstrichen. Am 25. Juli 1907
wurde Korea ein Protektorat von Japan, und 1910 offiziell
annektiert. |