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Malaysia (Persekutuan Tanah Malaysia, Federation of
Malaysia, Malaysische Föderation, in Österreich auch
Malaysien genannt) liegt in Südostasien.
Malaysia grenzt im Norden an Thailand, im Nordosten
umschließt es Brunei, im Süden grenzt es an Singapur und
Indonesien. Es umfasst den (südlichen) Hauptteil der
malaiischen Halbinsel, Malakka-Halbinsel genannt, sowie den
Nordteil von Borneo, auf dem auch Brunei liegt. Dieser
Inselbereich unterteilt sich in die malaiischen Staaten
Sabah und Sarawak. |
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Religion
Der Islam, zu dem etwa 60% der Bevölkerung gehören, ist
Staatsreligion. Nach der Verfassung des Landes sind alle
ethnischen Malaien von Geburt automatisch Muslime. Ein
Abfallen vom Islam wird de facto mit Freiheitsstrafe
bestraft. Die Chinesen sind meist Buddhisten (19,2 %) oder
hängen anderen chinesischen Religionen wie Daoismus und
Konfuzianismus an (2,6 %). Christen (9,1 %) gibt es in allen
ethnischen Gruppen. Die Inder sind überwiegend Hindus (6,3
%). Muslime werden gegenüber Angehörigen anderer Religionen
bewusst staatlich bevorzugt. Christliche Presse kann nur
unter Schwierigkeiten veröffentlicht werden. Der Bau von
Kirchen wird nur mit grossen Einschränkungen genehmigt. Im
Osten Malaysias gibt es jedoch auch eine Minderheit von
christlichen Malayen die im 16. Jhd von Spaniern
christianisiert wurden und ihrer Religion bis heute treu
geblieben sind. Sie machen rund 4 % der Malaien aus. |
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Geschichte
Die malaiische Halbinsel wurde zu einem großen
Handelszentrum in Südostasien, als der Handel zwischen China
und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Straße
von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen
Königreiche entstanden von Häfen, die im 10. Jahrhundert
gegründet worden waren. Die wichtigsten frühen Königreiche
waren Langkasuka und Lembah Bujang in Kedah, sowie Beruas
und Gangga Negara in Perak und Pan Pan in Kelantan. Der
Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im frühen 15.
Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegründet. Durch
seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich.
Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch
die Niederländer und die Briten.
Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre
1826 gegründet und England gewann schrittweise die Kontrolle
über den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements
gehörten Penang, Singapur und Malakka. Penang war im Jahre
1786 durch Kapitän Francis Light gegründet worden und diente
als Militär- und Handelsbasis. In seiner Bedeutung wurde es
bald von Singapur überholt, das im Jahre 1819 durch Sir
Stamford Raffles gegründet wurde. Malakka war nach dem
englisch-niederländischen Vertrag von 1824 endgültig in
britischem Besitz. Die Kolonie wurde durch die Britische
Ostindien-Kompagnie mit Sitz in Kalkutta regiert, bis deren
Sitz 1867 nach London verlegt wurde.
Zur etwa gleichen Zeit wurde die britische Politik gegenüber
den malaiischen Staaten immer aggressiver. Innerhalb von
wenigen Jahren kamen mehrere malaiische Staaten an der
Westküste der Halbinsel unter britische Kontrolle. Auf
Betreiben der Händler, die in den Kronkolonien saßen,
mischte sich die Regierung in die Angelegenheiten der
zinnproduzierenden Staaten ein. Gleichzeitig hatte die
britische Kolonialmacht Bürgerkriege und Störungen durch
chinesische Geheimgesellschaften zu befrieden. Die Briten
führten mit ihrer Militärmacht eine friedliche Lösung
herbei, die die Händler bevorzugte. Mit dem Vertrag von
Pangkor im Jahre 1874 wurde der Weg frei für die britische
Herrschaft. 1896 wurden die vier Sultanate Pahang, Selangor,
Perak und Negeri Sembilan zu den Föderierten Malaiischen
Staaten zusammengefasst, die dem Kommissar von Singapur
unterstanden. Dieser war auch der Gouverneur der Straits
Settlements. Dieser Gouverneur wiederum unterstand dem
Kolonialamt in London.
Die anderen Staaten der Halbinsel waren zwar nicht direkt
London unterstellt, die Sultane hatten aber britische
Berater an ihrem Hof. Die vier nördlichen Staaten Perlis,
Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter der
Kontrolle von Thailand. Das Gebiet des heutigen Staates
Sabah war eine Kolonie, die ursprünglich dem Sultan von Sulu
gehört hatte. Das riesige Waldgebiet von Sarawak war
persönlicher Besitz der Familie Brooke. Während des Zweiten
Weltkrieges wurde das heutige Malaysia durch Japan besetzt.
In dieser Zeit wuchs die Unterstützung für die
Unabhängigkeit des Landes von der europäischen
Kolonialmacht. Die englischen Pläne, eine malaiische Union
zu gründen, wurden von vielen Malaien abgelehnt. Sie
verlangten ein System, welches die Wünsche der Malaien
stärker berücksichtigte, Singapur ausschloss und für die
Immigranten nur eine Staatsbürgerschaft vorsah. Die
Unabhängigkeit wurde im Jahre 1957 erlangt, unter dem Namen
Föderation Malaya. Singapur war nicht enthalten.
Am 16. September 1963 wurde eine neue Föderation unter dem
Namen Malaysia gegründet, die die Föderation Malaya sowie
die britischen Kronkolonien Singapur, Nordborneo (heute
Sabah) und Sarawak umfasste. Die frühen Jahre waren durch
territoriale Ansprüche der Nachbarn bestimmt, sowie durch
das Ausscheiden Singapurs aus der Föderation im Jahre 1965.
Politik
Seit 1957 regiert das von der United Malays National
Organisation (kurz UMNO, auf Malaiisch Pertubuhan Kebangsaan
Melayu Bersatu) angeführte Parteienbündnis Barisan Nasional
("Nationale Front") mit einer Zweidrittelmehrheit. Darüber
hinaus gibt es die islamistische Partei PAS, die vor allem
bei den Regionalwahlen 1999 Stimmenzuwächse verzeichnen
konnte, die sozialistische DAP und die Keadilan. Bei den
Wahlen im März 2004 erhielt die Regierungskoalition über 90
% der Mandate im Parlament. Dies ist durch die zunehmende
Islamisierung der Partei ermöglicht worden.
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
(Parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie). Wahl des
Königs alle fünf Jahre aus den Reihen der Herrscher der 9
Sultanate nach Rotationsprinzip
Staatschef: König Tuanku Syed Sirajuddin (seit 12. Dezember
2001)
Regierungschef: Abdullah Ahmad Badawi (seit 31. Oktober
2003)
Parlament: Volksversammlung (Dewan Rakyat) mit zur Zeit 218
für fünf Jahre gewählten Abgeordneten und Länderversammlung
(Dewan Negara) mit 70 Mitgliedern. Die letzten Wahlen fanden
am 21. März 2004 statt.
Nationalfeiertag: 31. August (Unabhängigkeitstag 1957)
Wirtschaft
Urbanisierung: 58 % (2001)
BIP: 79,5 Mrd. Euro (2002)
BIP/Einw.: 3.403 Euro (2002)
Beschäftigung: Industrie (37 %), Dienstleistungen (47,8 %),
Landwirtschaft (15,2 %)
Malaysia ist ein an Bodenschätzen und Rohstoffen (Zinn,
Kautschuk, Palmöl, Erdöl) reiches Land. Zudem beheimatet
Malaysia die Automobilhersteller Perodua und Proton sowie
den Ölmulti Petronas. Seit Beginn der 1980er Jahre erfolgte
eine rasante industrielle Entwicklung, die das Land in die
Reihe der aufstrebenden »Schwellenländer« und der
asiatischen »Tigerstaaten« aufrücken ließ. Malaysia gilt
ökonomisch und politisch als eines der stabilsten Länder
Südostasiens, in dem die Konvergenz von Tradition und
Moderne, Islam und Kapitalismus propagiert wird. Durch diese
Neuausrichtung erfuhr das Land einen grundlegenden Wandel
von einem zuvor mehrheitlichen Agrarstaat hin zu einem
technisierten und kapitalintensiven Industriestandort mit
hohem Entwicklungspotenzial. Die ab 1997 auftretende
»Asien-Krise« traf allerdings auch Malaysia, doch hat sich
die Wirtschaft inzwischen wieder erholt und verzeichnet ein
erneutes Wachstum von etwa 5 bis 6 Prozent. Im Jahr 2001
wurden für 61,2 Mrd. Euro Güter importiert und gleichzeitig
im Wert von 76,1 Mrd. Euro Güter exportiert. |