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Die Republik der Malediven (Divehi Rajjeyge Jumhuriyya) ist
ein Inselstaat im Südwesten der Südspitze Indiens im
Indischen Ozean und besteht aus mehreren Atollen und ca.
1200 Inseln, wovon etwa 200 von Einheimischen bewohnt werden
und 87 weitere ausschließlich für Touristen reserviert sind.
Für Reisende bedeutsam: Die Malediven lassen sich in Inseln
für Einheimische und Inseln für Touristen unterscheiden.
Touristen haben nur bedingt Zutritt auf
Einheimischen-Inseln; in der Regel ist dies nur im Rahmen
geführter Touren "Island-Hopping" möglich. Darüber hinaus
gibt es Möglichkeit, eine staatliche Erlaubnis zu
beantragen. Derartige Genehmigungen werden selten und unter
Auflagen erteilt. |
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Geschichte
Die Besiedlung der Malediven nahm ihren Anfang im 5.
Jahrhundert v. Chr., als sich buddhistische Fischer aus
Indien und der Insel Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) auf den
Inseln niederließen. Im 12. Jahrhundert errichteten
arabische Kaufleute ein Sultanat auf den Inseln und führten
den Islam ein. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
versuchten die Portugiesen eine ständige Niederlassung auf
den Inseln zu errichten, daraufhin kam es zu einem
Guerillakrieg, in dem die Portugiesen scheiterten. Erst im
17. Jahrhundert schaffte es ein europäisches Land, die
Inseln zu unterwerfen. Die Niederlande machten aus dem
maledivischen Sultanat ein Protektorat, nachdem sie auch
schon Ceylon besetzt hatten. Im Jahre 1754 kamen die
Malediven unter französische Besatzung. |
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Von 1887-1965 waren die Malediven ein britisches
Protektorat.
1932 erhielten die Malediven ihre erste Verfassung von
Sultan Mohammed Shamsudeen III. 1942 errichtete das
Vereinigte Königreich einen Militärflughafen auf der Insel
Gan. 1953 wurde die Republik ausgerufen. Daraufhin übernahm
ein Verwandter des Sultans das Präsidentenamt. Nach einer
Volksabstimmung wurde jedoch wieder das Sultanat eingeführt
und Mohammed Farid Didi wurde erneut Sultan. Drei Jahre
später, 1956, erhielten die Malediven innere Autonomie,
jedoch errichtete das Vereinigte Königreich weitere
Militärflughäfen. 1963 verließ das Vereinigte Königreich die
Inseln und die Malediven traten dem Colombo-Plan bei. Zwei
Jahre später wurden die Malediven unabhängig. Per
Verfassungsänderung wurde 1968 das Sultanat in eine Republik
umgewandelt. Somit kam es zum Ende der über 250 Jahre langen
Herrschaft der Didi. Amir Ibrahim Nasir wurde Staats- und
Regierungschef. Ein Jahr später wurde die Republik unter dem
Namen Malediven erneut ausgerufen. Ab 1972 begann die Zeit
des Massentourismus auf den Inseln. Außerdem wurden in
diesem Jahr die Ämter des Staatsoberhauptes und des
Regierungschefs getrennt. Drei Jahre später wurde das Amt
des Regierungschef wieder abgeschafft und der Präsident
übernahm dieses Amt. 1976 verließen die Briten das Land
endgültig, da ihre 30-jährige Nutzungszeit der
Militärflughäfen abgelaufen war. 1982 traten die Malediven
dem Commonwealth bei. In der Hauptstadt Malé fand 1989 eine
internationale Konferenz wegen der Bedrohung der Inseln
durch den steigenden Meeresspiegel statt. Am 26. Dezember
2004 wurden zahlreiche Siedlungen und Touristenresorts auf
den Inseln durch eine Flutwelle in Folge eines Seebebens im
Indischen Ozean stark beschädigt oder zerstört.
Politik
Im Januar 1998 trat eine neue Verfassung in Kraft.
Regierungsform blieb die Präsidialrepublik. Der
Staatspräsident und Regierungschef hat die uneingeschränkte
Macht über die Exekutive. Er wird von einem
Einkammerparlament, der Majilis, auf 5 Jahre gewählt, das
aus 50 Mitgliedern besteht, von denen 42 gewählt sind und 8
vom Präsidenten eingesetzt. Nach der Wahl muss sich der
Präsident noch einer Volksabstimmung stellen.
Auf den Malediven gibt es keine Parteien, obwohl deren
Bildung erlaubt ist. Außerdem gibt es Grundrechte wie die
freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Redefreiheit
innerhalb der islamischen Regeln. Im Taucherparadies vor der
Küste Indiens herrscht seit 1978 Präsident Abdul Gayyoom.
Mitte August wurde der Ausnahmezustand auf den Malediven
ausgerufen. Seitdem seien Hunderte Menschen nach
Demonstrationen gegen das Regime des Präsidenten in
Gefängnissen verschwunden, sagt die Opposition, die längst
ins Ausland geflohen ist. Unter den Gefangenen sind auch ein
früherer Minister und ein Generalstaatsanwalt. Soviel gibt
die Regierung zu. Beide landesweit bekannte Reformer, die
schon seit Jahren für Gewaltenteilung und freie Wahlen auf
den Malediven kämpfen.
Im Juli 2003 veröffentlichte Amnesty International einen
Bericht über die Menschenrechtsverletzungen des Regimes von
Präsident Gayyoom, der die Malediven seit 26 Jahren
totalitär regiert. Die Menschenrechtsorganisation
beschuldigt den Herrscher der Folter: Häftlinge würden
geschlagen und getreten, sie müssten stundenlang in
Handschellen gefesselt in der Sonne ausharren. Vor Gericht
würden ihnen Anwälte verwehrt, so Amnesty.
Die Herausgeber des unabhängigen Internetmagazins "Sandhaan"
wurden wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt,
unliebsame Politiker seien ebenso weggesperrt worden wie
religiöse Führer oder Künstler. Gleichzeitig baut der
Präsident ehemalige Militär-Gebäude zu Gefängnissen aus -
auf Inseln weit weg von den Luxus-Hotels der Touristen.
Im September 2003 kam es zu ersten Massen-Demonstrationen,
nachdem drei Häftlinge unter ungeklärten Umständen im
Gefängnis starben. Präsident Gayyoom versprach Reformen, das
Rechtssystem sollte verändert, die Kompetenzen des
Parlamentes erweitert werden.
Im Juni 2005 stimmten die Abgeordneten der Majilis
einstimmig für einen Antrag, der die Etablierung eines
Mehrparteiensystems ermöglichen soll.
Verwaltung
Die 26 Atolle der Malediven mit insgesamt 1.192 Inseln sind
in 20 Distrikte unterteilt. Verwaltet werden sie von den
Atollchefs, die vom Präsidenten ernannt werden. Der Bezirk
um die Hauptstadt Malé steht unter direkter Verwaltung der
Regierung.
Infrastruktur
Nur die Hauptstadt Malé, das Addu-Atoll und die Insel
Fuvamullah besitzen Straßen und somit auch Autos. Fahrzeuge
haben so eine geringe Bedeutung, da man mit Schiffen oder
zunehmend mit Wasserflugzeugen der Maldivian Air Taxi
bevorzugt Distanzen zurücklegt. Fahrräder und Mopeds sind
auch sehr beliebt, weil es sich für viele nicht lohnt, auf
den kleinen Inseln Auto zu fahren. Der einzige
internationale Flughafen befindet sich auf der Insel
Hulhumalé (ehemals Hulule), nur wenige Kilometer von der
Hauptstadt entfernt. Zudem gibt es noch viele
Regionalflughäfen. Die längste Straße (asphaltiert und mit
Autos befahrbar) geht von Hithadhoo bis Gan und ist im
Addu-Atoll. Drei Inseln werden durchquert, die alle mit
Dämmen verbunden sind. |