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Gliederung des Landes
Naturräumlich lässt sich Nepal in drei Hauptregionen
gliedern, das Terai, das Mittelland und die
Hochgebirgsregion. An diese Gliederung sind auch
sozioökonomische, kulturelle und ethnische Gliederungen des
Landes gebunden.
Das Terai
Das Terai, mit Höhen von 70 bis 150 m NN, bildet den
nepalesischen Teil der Gangestiefebene. Es hat sich in den
vergangenen 50 Jahren zu einem bedeutenden Wirtschafts- und
Siedlungsraum entwickelt. Obwohl das Terai nur 14 % der
Landesfläche ausmacht, leben dort 47 % der Bevölkerung.
Fruchtbare, wenig erosionsgefährdete Böden und ganzjährig
frostfreies Klima sowie gute Bewässerungsmöglichkeiten
machen das Terai zur landwirtschaftlich wertvollsten Region.
In dieser Ebene befinden sich auch nahezu alle
Industrieansiedlungen außerhalb des Kathmandu-Tals. Durch
das Terai verläuft der Mahendra-Highway als einzige Straße,
die eine Ost-West-Verbindung ermöglicht. Neun
Inlandsflughäfen befinden sich im Terai und bieten eine
direkte Fluganbindung mit Kathmandu.
Das Mittelland
Die Siwaliks und die Mahabharat-Kette bilden den Übergang
von Terai zum Mittelland, welches Höhen bis circa 3.000 m NN
erreicht. Das Mittelland hat ein sehr stark strukturiertes
Relief. Faktoren wie Mikroklima, Böden und Geomorphologie
variieren im Mittelland auf kleinem Raum, so dass auch die
Bedingungen für die Besiedlung und Landwirtschaft stark
variieren. Dennoch stellt das Mittelland das altbesiedelte
Kernland Nepals dar. Hier leben 45 % der Bevölkerung auf 30
% der Landesfläche.
Durch die hohe Reliefenergie ist das Mittelland hochgradig
verkehrsfeindlich. Lediglich das Kathmandu- und das
Pokhara-Tal, sowie die Ortschaften Jiri, Mugling und Dumre
verfügen über eine Straßenanbindung. Kathmandu verfügt über
den einzigen internationalen Flughafen des Landes. Darüber
hinaus befinden sich drei Inlandsflughäfen im Mittelland.
Die Hochgebirgsregion
In den Talflächen konzentrieren sich fast alle Siedlungen
der Hochgebirgsregion. Sommersiedlungen mit Weidewirtschaft
reichen bis 5.000 m NN. Die extrem hohe Reliefenergie und
die hohen Monsunniederschläge (über 5.000 mm) an den
Südhängen tragen zur Bodenerosion bei und machen
Landwirtschaft schwierig.
Die im Regenschatten liegenden Nordseiten der Hauptkette
erhalten hingegen sehr wenig Niederschlag (unter 200 mm), so
dass Landwirtschaft kaum möglich ist. Forst- und
Waldwirtschaft sind wichtige Standbeine der bäuerlichen
Subsistenzwirtschaft im Gebirge. Insgesamt ist die
Hochgebirgsregion Nahrungsmitteldefizitgebiet. Die
wichtigste externe Einnahmequelle ist der Tourismus. Straßen
sind nicht vorhanden. Lediglich vier Inlandsflughäfen
verbinden die Gebirgsregion mit der Außenwelt.
Als Konsequenz ist das Laufen zu Fuß, wie auch im
Mittelland, die gängigste Fortbewegungsart. Tendenziell sind
die Hochgebirgsregionen schlechter entwickelt als der Rest
des Landes. Insbesondere in den westlichen Teilen der
Hochgebirgsregionen ist der Human Development Index deutlich
geringer als im Landesdurchschnitt. Er weicht um 25 % vom
Durchschnitt ab.
Bevölkerung
Nepal ist ethnisch und kulturell ein Minoritätenmosaik. Bei
einer Volkszählung im Jahre 2001 wurden über 100
verschiedene ethnische Gruppen und Kasten sowie mehr als 70
unterschiedliche Sprachen und Dialekte gezählt. Dieses
komplexe Gefüge ist zudem äußerst dynamisch.
Dialekte werden zu Sprachen und Sprachen fallen auf die
Stufe von Dialekten zurück. Kastengrenzen sind durchlässig.
Zugehörigkeiten zu Ethnien und Kasten überschneiden sich
oder hängen von der Perspektive des Betrachters ab.
Religion
Der Census weist 90 % der Bevölkerung als Angehörige des
Hinduismus aus. Diese Zahl sollte jedoch mit Vorsicht
genossen werden; die tatsächliche Zahl der Hindus wird auf
etwa 70 % geschätzt, manchmal auch auf noch niedriger. Diese
Unterschiede rühren daher, dass es etliche Volksgruppen
gibt, die zwar den Hinduismus als ihre Religion sehen, ihn
aber mehr in einer animistischen oder buddhistischen Form
ausüben. Die Grenzen zwischen diesen Unterreligionen sind
derart verschwommen, dass keine genauen Zahlen angegeben
werden können. Aber der Hinduismus ist ohne Frage die
führende Religion in Nepal. Außerdem ist Nepal das einzige
Land , das Hinduismus als Staatsreligion hat.
Weiterhin sind zirka 11 % der Bevölkerung als Buddhisten
ausgewiesen (insbesondere auch im Königreich Mustang).
Außerdem gibt es signifikante Minderheiten von Muslimen,
Kirant und kleineren animistischen Glaubensrichtungen.
Städte
Die Bevölkerung Nepals ist bis heute zum größten Teil
ländlich und bäuerlich geprägt; der Anteil der Stadtbewohner
ist mit 14 % der Gesamtbevölkerung nach wie vor einer der
kleinsten weltweit. Die Verstädterung ist jedoch in den
letzten Jahren stark angestiegen, die Zuwachsraten in diesem
Bereich liegen bei 3,5 % pro Jahr oder gar noch höher.
Nepal wurde bis Anfang der 1990er Jahre bis hinunter auf die
lokale Ebene zentral regiert. Im Rahmen der Demokratisierung
und Dezentralisierung wurden in mehreren Schüben die
Kommunen in die Selbstständigkeit entlassen. Die
"Stadtrechte" mit dem Titel "Nagarpalika" werden somit von
der Regierung erteilt.
Bis auf Kathmandu fehlt es in allen Städten mehr oder
weniger an Ressourcen und die Selbstverwaltung kann daher
mehr schlecht als recht umgesetzt werden. Darüber hinaus
gibt es in der Landesverwaltung noch immer starke
zentralistische Strukturen, die im Widerspruch zur
angestrebten kommunalen Selbstverwaltung stehen.
Je nach Größe und Finanzkraft der Kommune gibt es 3
verschiedene Grade der Selbstverwaltung. Am meisten
Kompetenzen erhält die Maha-Nagarpalika, von dieser
Kategorie gibt es in Nepal nur eine Stadt: Kathmandu. Die
nächste Stufe ist die Up-Maha-Nagarpalika, wie z. B.
Lalitpur oder Pokhara; im ganzen gibt es derer vier. Die
unterste der drei Stufen ist die Nagarpalika.
Weitere Bedingungen für die Selbstständigkeit, wie z. B.
bestimmte infrastrukturelle Einrichtungen oder die
Straßenanbindung, sind in etlichen Fällen, zumindest
ganzjährig, nicht gegeben. Dass diese Kommunen in die
Selbständigkeit entlassen wurden, hat regionalplanerische
und politische Gründe. In diesem Lichte betrachtet kann die
statistische Stadtbevölkerung Nepals getrost um etwa eine
halbe Million gekürzt werden, um sich ein Bild vom
tatsächlichen Grad der Verstädterung des Landes zu machen.
Die drei größten Städte liegen im Gebirge, aber die Mehrzahl
der Kommunen befindet sich im Terai. Bei den übrigen
Kommunen in den Bergen handelt es sich vielfach um kleinste
Bergstädtchen, die durch Hinzuziehung von umliegenden
Dörfern annähernd auf 20.000 Einwohner kommen. Dass es sich
bei einer Anzahl von ihnen nicht um städtische Zentren
handelt, zeigt auch ihre vergleichsweise kleine
Wachstumsrate.
Neben der hohen Landfluchtrate verzeichnet Nepal eine
Schwerpunktverlagerung der Bevölkerung vom Gebirge in das
Terai. In diesem Flachlandstreifen entlang der Grenze zu
Indien lebt bereits mehr als die Hälfte der
Landesbevölkerung, dort entstehen derzeit auch die meisten
neuen Städte.
Größtes Bevölkerungszentrum war und ist nach wie vor das
Kathmandutal mit der Doppelstadt Kathmandu/Lalitpur (Patan),
der kleineren Nachbarstadt Bhaktapur und einigen kleinen
Städten wie Madyapur-Timi und Kirtipur. Zu diesem
Ballungsraum gehören noch einige kleinere Städte in der Nähe
des Tales, nämlich Banepa, Dhulikhel und Panauti. Das
Kathmandutal ist weitgehend zersiedelt und die völlige, fast
immer unplanmäßige Vereinnahmung als Siedlungsfläche ist
abzusehen. Die Gegend um Kathmandu hat heute eine
Bevölkerungszahl von etwas mehr als 1,5 Millionen.
Das zweite größere Bevölkerungszentrum in den Bergen, das
ebenfalls überdurchschnittliche Wachstumsraten hat, ist das
Pokharatal mit den Städten Pokhara und Lekhnath, deren
Bevölkerungszahl bereits die 200.000-Einwohner-Grenze
überschritten hat. Ansonsten gibt es in den Gebirgsregionen
verstreut nur noch einige kleinere nennenswerte Städte (von
Ost nach West):
Ilam, Dhankuta, Bhimeswar, Tansen, Putalibazar,
Tribhuvannagar, Tulsipur, Birendranagar und Dipayal-Silgadhi.
Darüber hinaus befinden sich die übrigen größeren Städte des
Landes im Terai (von Ost nach West): Mechinagar, Biratnagar,
Dharan, Itahari, Rajbiraj, Triyuga, Janakpur, Birganj,
Hetauda, Bharatpur, Ramgram, Butwal, Siddharthanagar,
Nepalganj, Gulariya, Tikapur, Dhangadhi sowie Mahendranagar.
Die meisten der aufgelisteten Städte wird man vergeblich in
einem Atlas suchen. Selbst gute und großmaßstäbliche
Atlanten hinken hoffnungslos hinter der Entwicklung her; die
meisten dieser Orte fehlen auf den Karten und die Namen und
Größen der dargestellten Orte sind, bis auf Kathmandu,
falsch angegeben.
Pokhara, Biratnagar oder Birganj sind selbst in neuesten
Auflagen meistens als Dörfer dargestellt, dabei ist z. B.
Pokhara zur zweitgrößten Stadt außerhalb des Kathmandutales
avanciert. Die alte Königsstadt Bakhtapur dagegen ist auf
Karten oft gleichwertig mit Kathmandu und Lalitpur als
Großstadt gekennzeichnet. Auch in statistischen Jahrbüchern
findet man oft lang überholte Angaben zu den Städten Nepals.
Die Namensänderungen einiger Städte in jüngerer Zeit sind
darauf zurückzuführen, dass die Gebietskörperschaft mit der
Inkorporation einen neuen Namen erhielt. Prominente
Beispiele dafür sind der bekanntere Ort Gorkha, die Kommune
heißt nun offiziell Prithivinarayan, oder die alte
Königsstadt Patan bei Kathmandu, die offiziell Lalitpur
heißt. Die alten Namen sind aber weiterhin gebräuchlich.
Politik
In Nepal herrscht eine große Wohlstandskluft zwischen der
Stadt- und Landbevölkerung. Mehr als die Hälfte der 24
Millionen Nepalesen sind Analphabeten. 70 % der Bevölkerung
werden von dem brahmanisch beherrschten Kastensystem nicht
als gleichwertig anerkannt.
Die weit verbreitete Korruption der Polizeibehörden und der
Staatsverwaltung trägt dazu bei, dass die Bevölkerung kein
Vertrauen in die bestehende Regierung setzt und keine Hilfe
erwartet, ganz zu schweigen davon, dass die juristischen
Mittel, wie das Zivilrecht von 1963, das alle Formen von
Diskriminierung unter Strafe stellt, gegen die
Kastendiskriminierung im Alltag greifen.
Die Weltbank und die Asiatische Entwicklungsbank übten schon
mehrfach Druck auf die Regierung in Kathmandu aus, um
Rechenschaft über die Ausgaben für Entwicklungsprogramme zur
Armutslinderung zu erhalten, jedoch lange Zeit ohne Erfolg.
Erst 1987 erklärte sich König Birendra, auf Druck aus
Indien, zu Reformen bereit. Die Einführung einer neuen
Verfassung verzögerte sich noch bis zum 8. November 1990;
erst massiver Druck aus mehreren Ländern, besonders Indien,
welches seine Grenzen schloss, und Massendemonstrationen der
zusammengeschlossenen Oppositionsparteien, bestehend aus
einem Bündnis der Kommunistischen Partei Nepals und der
Kongresspartei, zeigten Erfolg. Bei diesen Demonstrationen
ließ der König auf die Menschen schießen.
Die ersten demokratischen Wahlen fanden am 12. Mai 1991
statt. Einzige Kritikpunkte einiger Parteien an der neuen
Verfassung sind die mögliche Notstandsverordnung durch den
König, welche erst nach drei Monaten vom Repräsentantenhaus
bestätigt werden muss, und die Beibehaltung des Begriffes
„Hindu-Königreich“. Binnen kürzester Zeit war die neue
politische Elite in den Augen der Bevölkerung allerdings
noch korrupter als die alte Regierung. Dies hängt jedoch
auch mit der höheren Sichtbarkeit von Korruption durch ein
offeneres System mit einer verhältnismäßig freien,
engagierten und kritischen Presse zusammen, die während des
Panchayat-Systems stärkerer Zensur ausgesetzt war.
König Birendra starb am 1. Juni 2001 bei einem von seinem
Sohn, Kronprinz Dipendra, verübten Massaker (offizielle
Geschichtsschreibung). Gleichzeitig erschoss der Sohn auch
seine Mutter, einige Geschwister und dann sich selbst. Ehe
er nach drei Tagen seinen Verletzungen erlag, wurde er noch
zum Nachfolger gekrönt. Schließlich wurde Birendras Bruder
Gyanendra König von Nepal. Dieser, ein Geschäftsmann, der an
sehr vielen großen Firmen Nepals beteiligt ist,
verdreifachte seine königliche Apanage auf umgerechnet 4,5
Millionen Euro. König Birendra war, trotz seiner
Widersprüchlichkeit, im Lande sehr beliebt gewesen.
Die offiziellen Verlautbarungen zum Tathergang finden daher
wenig Glauben; schließlich hat das Ausradieren einer ganzen
Königsfamilie in Nepal Tradition. Interessanterweise wurden
bis heute die Konterfeis des toten Königspaares nur in den
wenigsten Amtsstuben und noch weniger in den Heimen der
Nepalis durch die des neuen Königspaares ersetzt.
1995 kam es zur Spaltung der damals regierenden
Kommunistischen Partei. Es entstand die Communist Party of
Nepal, die Maoists (CPN-Maoists). Mitglieder dieser
politischen Gruppierung kämpfen seit dem Jahr 1996 für die
Abschaffung des hinduistischen Kastensystems, wie in einer
40-Punkte-Erklärung im Jahre 1996 und in einem
24-Punkte-Programm für die Friedensverhandlungen von 2003
verlauten ließen, und für eine kommunistische Republik in
dem Himalaya-Land. Die Maoisten fordern die Einberufung
einer verfassungsgebenden Nationalversammlung.
Die Aufständischen wurden nach dem 11. September 2001 als
Terroristen gebrandmarkt. Innerhalb der nächsten sechs
Monate starben mehr Menschen in dem innenpolitischen
Konflikt, als in den sechs Jahren zuvor.
Am 22. Mai 2002 wurde das Parlament aufgelöst,
Premierminister Deuba ließ das Mandat der gewählten
Selbstverwaltungsorgane auslaufen. Am 4. Oktober 2002
entließ König Gyanendra seinen Premierminister wegen
"Unfähigkeit". Am 11. Oktober 2002 wurde eine neue
Übergangsregierung ernannt. Die großen Parteien NC, CPN-UML
und Teile der RPP lehnten jedoch eine Mitarbeit in der neuen
Regierung ab, da die demokratische Legitimation fehlte.
Der neue Premierminister Chand (RPP) versprach, die
Konfrontation mit den Maoisten zu beenden. Ein Kompromiss
ist aber nicht in Sicht. Die Regierung lehnt eine
Veränderung der politischen Strukturen strikt ab .
Die Information über die Kämpfe zwischen Polizei, Armee und
Maoisten ist sehr einseitig, da es im Lande faktisch nur
eine staatlich kontrollierte Informationspolitik gibt. Nur
wenige Medien wie zum Beispiel die Zeitschrift "Himal"
berichten kritisch und informativ über beide Seiten. Es wird
oft von einer angeblichen Brutalität der Maoisten
gesprochen; in der Tat kennen sie gegen die Armee und gegen
die im Volke ungeliebte und völlig korrupte Polizei kaum
Erbarmen. Letztere sind beim Vorgehen gegen die Maoisten
auch nicht zimperlich und lassen auf Verdacht Zivilisten als
Sympathisanten und Unterstützer büßen oder "verschwinden".
Nicht umsonst gehen zwei Drittel der Toten auf das Konto von
Armee und Polizei. Nur wenige westliche Journalisten haben
bisher von den Maoisten berichtet. Es ist, wenn man sich im
Lande bewegt, offensichtlich, dass die Maoisten einen großen
Rückhalt in der Bevölkerung finden, sodass sie sich wie die
"Fische im Wasser" bewegen können. Die Maoisten stellten
zwischenzeitlich einen entscheidenden Machtfaktor im Land
dar. Ende 2002 beherrschten sie 55 der 75 Distrikte Nepals.
Die Rebellen sehen ihr Vorbild in der peruanischen
Guerillaorganisation „Leuchtender Pfad“ (Sendero Luminoso).
In ihren Rängen kämpfen viele Frauen - die Führungsebene der
Maoisten besteht vorwiegend aus Brahmanen.
Bei dem Guerillakrieg kamen bisher insgesamt mehr als 9.000
Menschen ums Leben. Seit dem 18. August 2004 haben die
Maoisten mehrfach sogar die Hauptstadt für einige Tage
völlig von der Außenwelt abgeschnitten oder wichtige
Überlandverbindungen unterbrochen. Die Kämpfe haben seit
August 2003 wieder zugenommen. Nach dem Scheitern der
Friedensgespräche und dem Ende des Waffenstillstands hat es
wieder mehrere Hundert Tote gegeben.
„Einheit im Kampf gegen den Terrorismus“ ist nun die Parole
der Regierung. Colin Powell besuchte im Januar 2004 das
Königreich und versprach Hilfe. Die nepalesische Regierung
ist an Waffen und Rüstungsgütern interessiert . Am 1.
Februar 2005 brachte König Gyanendra wieder Bewegung ins
politische Spiel. Er verhängte den Notstand und entließ die
gesamte Regierung. Premierminister Sher Bahadur Deuba und
andere Regierungsmitglieder wurden unter Hausarrest
gestellt.
Gyanendra beschuldigte Deuba, versagt zu haben, da er keine
Einigung mit den Maoisten in Anbetracht der nächsten Wahlen
erzielen konnte. Nun will er hart durchgreifen. Gyanendra
versprach, innerhalb von drei Jahren für Recht und Ordnung
im Land zu sorgen und die Demokratie wieder einzuführen,
doch die Maoisten und ein großer Teil der Bevölkerung
befürchten, dass er seine Macht nicht so schnell wieder
abgeben wird. Deuba sagte, die Handlungen des Königs
verletzten die Verfassung und seien gegen die Demokratie
gerichtet. Sowohl die UNO wie auch die wichtigsten
Verbündeten Nepals, Indien, die USA und England haben das
Verhalten des Königs kritisiert. Diese haben wie u. a. auch
Deutschland und Frankreich mittlerweile ihre Botschafter aus
Kathmandu abgezogen. |