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Sri Lanka

Sri Lanka (Singhalesisch: / Tamil: இலங்கை) ist ein Inselstaat im Indischen Ozean vor der südöstlichen Küste Indiens, der früher unter dem Namen Ceylon bekannt war. Sri Lanka ist Mitgliedsstaat des Commonwealth. Der Regierungssitz ist Sri Jayawardenepura, Hauptstadt und zugleich größte Stadt ist Colombo.

Sri Lanka liegt im Indischen Ozean, südöstlich des indischen Bundesstaates Tamil Nadu, zwischen 6° und 10° nördlicher Breite und zwischen 79° und 82° östlicher Länge. Vom indischen Subkontinent ist es durch die Palkstraße und den Golf von Mannar getrennt. Die winzige Kette der Korallenfelsinseln der Adamsbrücke stellen eine Verbindung zwischen dem Nordwesten Sri Lankas und Tamil Nadu in Indien dar. Die größte Entfernung von Norden nach Süden liegt etwa bei 440 km. An ihrer breitesten Stelle misst die Insel ungefähr 220 km und ihre Gesamtfläche beträgt 65.610 km². Höchste Erhebung des zentralen Berglands ist der Pidurutalagala mit 2524 m über NN.

Sri Lanka Landkarte 
 

 

Das Klima Sri Lankas ist tropisch mit unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen auf Grund der Wirkungen der Monsune. Während der Südwesten des Landes (siehe Klimadiagramm Colombo) immerfeucht ist mit zwei deutlichen Niederschlagsmaxima im Mai und Oktober, bringt der Südwestmonsun an der Nordost- und Ostküste nur geringe Niederschläge, da sich dieser Bereich im Lee des zentralen Gebirges befindet. Dort fallen die meisten Niederschläge im Zusammenhang mit dem Nordostmonsun im November und Dezember (siehe Klimadiagramm Trincomalee).
Die mittlere Jahrestemperatur beträgt bei Kandy 22,2° C, bei Colombo 27,8° C, bei Trincomalee 33° C. In Nuwara Eliya - also in fast 1.900 m Höhe - können die Temperaturen dagegen bis unter den Gefrierpunkt sinken.
Entsprechend den Niederschlagsverhältnissen verändert sich die Vegetation von West nach Ost: Im Bereich der höchsten Niederschläge herrscht tropischer Regen- und Bergwald vor, während im Norden und Osten xerophytische Buschvegetation anzutreffen ist. Die Pflanzenwelt besticht durch üppige Fülle und Artenreichtum. Neben ausschließlich auf Sri Lanka beheimateten Pflanzen finden sich auch vorderindische, südostasiatische und malaiische Arten. Wichtige Kulturpflanzen sind Reis, Zuckerrohr, Indigo, Tabak, Kaffee und Chinarinde sowie Teesträucher.
Sri Lanka ist arm an Bodenschätzen. Lediglich Edelsteine, Kalkstein, Graphit, Phosphate, Ton und Uran sind vorhanden.
Sri Lanka ist reich an stehenden Gewässern. Es handelt sich um ca. 15000 Stauseen und Stauweiher unterschiedlichster Größe, die durchwegs in Zusammenhang mit dem Bewässerungssystem für die Reisfelder stehen. Die meisten dieser Stauseen wurden bereits zur Zeit des Mittelalters errichtet und verfielen während der Kolonialherrschaft. Soweit sie in dieser Zeit trocken liefen, breitete sich der Urwald in den Seebecken aus. Nach der Unabhängigkeit wurden auch diese überwucherten Seen restauriert und die Bäume einfach überstaut. Dadurch bieten viele der Wasserflächen heute einen bizarren Anblick durch die kalhlen Baumstämme, die daraus hervorragen (z.B. das mittlere der drei Beckken des Parakrama Samudra in Polonnaruwa). Erst in den letzten Jahrzehnten wurden neue große Talsperren zur Stromerzeugung errichtet, nun auch im Gebirge und ohne Funktion für die Bewässerung.
Die flachen Bewässerungsseen sind sehr reich an Nährstoffen und bieten deshalb auch die Möglichkeit für eine ergiebige Fischerei. In großen Regierungsprogrammen wurden daher in der Achtzigerjahren tausende von Fischerfamilien angesiedelt. Das Land wurde auch mit einer Vielzahl von Brutstationen für den Fischbesatz ausgestattet. Man experimentierte mit afrikanischen Fischarten (z.B. den maulbrütenden Buntbarschen Tilapia mossambica und Tilapia nilotica) sowie mit Labyrinthfischen und Graskarpfen. Der Erfolg war z.T. umstritten, da einheimische durchaus ertragreiche Fischarten verdrängt wurden. Die Graskarpfen wuchsen zu einer Größe und Kraft heran, die sie mit den einfachen Fangmethoden der einheimischen Fischer nicht mehr fangbar machten.

Bevölkerung
Die Bevölkerung Sri Lankas ist ethnisch heterogen. 75% sind Singhalesen, 7% Muslime (Moors), ~6% Indien- oder Kandy-Tamilen, ~12% Ceylon- oder Jaffna-Tamilen. Die Indien- oder Kandy-Tamilen wurden von den Briten während der Kolonialzeit vor allem als Arbeitskräfte für die Tee-Plantagen aus dem indischen Tamil Nadu geholt und erhielten nie die Staatsbürgerschaft von Sri Lanka, während die ansässigen Ceylon-Tamilen von den Kolonialherren vor allem in der Verwaltung eingesetzt und dabei gegenüber den Singhalesen bevorzugt wurden. Nach der Unabhängigkeit des Landes zeigten sich die hierdurch verursachten starken Antipathien zwischen diesen beiden Bevölkerungsgruppen. Sie mündeten nach jahrelanger Unterdrückung durch die singhalesische Mehrheit in den Versuch der tamilischen Bevölkerung des Nordens und Ostens, mit Waffengewalt einen eigenen Staat zu gründen. Bezüglich der Indien-Tamilen besteht ein Rückbürgerungs-Abkommen mit Indien.

Die indigene Volksgruppe der Vedda, die lange vor den Singhalesen, Tamilen und Muslimen auf Sri Lanka ansässig war, ist heute weitgehend assimiliert. Nur noch geschätzte 600 Personen leben als Urwaldjäger nach den traditionellen Sitten. Damit stellen sie weniger als 1/10 Promille der Gesamtbevölkerung Sri Lankas. Man vermutet eine Verwandtschaft mit den australischen und neuseeländischen Ureinwohnern.

Sri Lanka Landkarte 

Wirtschaft
Die wichtigsten Exportwaren Sri Lankas sind Textilien, Bekleidung, Tee, Edelsteine und Kokosnussprodukte. Nach dem Waffenstillstand gewann der Tourismus zunehmend an Bedeutung, allerdings ist die weitere Entwicklung nach der Flutkatastrophe am 26. Dezember 2004 ungewiss.

Staat und Verwaltung
Das Parlament von Sri Lanka besteht aus 225 Mitgliedern. Die Wahl findet alle sechs Jahre statt. Der Staat gliedert sich in folgende neun Provinzen: Central, Eastern, North-Central, Northern, North-Western, Sabaragamuwa, Southern, Uva und Western.

Religion
Die Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen bekennt sich überwiegend zum Buddhismus (70%) in seiner Form des Theravada.
Die Minderheit der Tamilen gehört zum größten Teil dem Hinduismus (15%) an.
Außerdem gibt es singhalesische und tamilische Christen (8 %). Weiterhin leben, vor allem im Osten und den Großstädten der Insel, die Moors (8%), Nachfahren arabischer Kaufleute, die dem Islam angehören.

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