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Der Vista-Point-Führer Thailand erzeugt -- wie übrigens die
meisten Vista-Point-Publikationen -- deutlich intensivere
Gefühle als vergleichbare Reiseführer, ja eine ganze
Gefühlspalette. Zu Beginn gibt es eine Überraschung. Denn --
im Vergleich zu älteren Jahrgängen -- blättert der Leser in
einem recht modern gestalteten Buch mit erstaunlich
professionellen und farbenfrohen Fotos. Diese zeigen jede
Menge Menschen vor Ort und schaffen eine angenehme Nähe zum
Urlaubsland.
Dann folgt das Gefühl des Respekts. Denn es ist beachtlich,
wie viele Hintergrund-Infos und Reisetipps Martina Miethig
auf 256 Seiten unterbringt. |
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Dabei
schafft es die Asien-Kennerin, neben der Pflicht noch viel
Platz für die bunte Kür zu finden: Berichtet wird von
Mönchen, Reisbauern, Affen- und Elefantentrainern, und in
ihren Reportagen kommen Thailand-Fans und Einwohner zu Wort,
ferner Hollywoodfilmer, Drogenfahnder und Sozialarbeiter.
Der Schreibstil ist unbeschwert, frisch, ja bisweilen
richtig prickelnd. So ist der Gefühlshöhepunkt schnell
erreicht -- und am liebsten möchte man Koffer oder Rucksack
sofort packen und losziehen. |
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Wer noch tiefer in das Buch eindringt, der kann angesichts
des blumigen Duktus möglicherweise auch verzweifeln: Da
sieht die Autorin nicht einfach einem Fischer bei seiner
Arbeit zu, vielmehr schreibt sie: "Da erblickt das träge
Auge, wie ein Fischer sein Netz langsam durchs brusttiefe
Wasser trägt." Oder an anderer symptomatischer Stelle
spricht die Autorin von "... alabasterweißem Sand, über den
sich die Kokospalmen beugen, bunte Fischerboote schwanken im
azurblauen Wasser, Kinder plantschen jauchzend im Meer.
Sonnenschein tagaus, tagein".
Die Routenbeschreibungen, das Markenzeichen von Vista Point,
sind hier ebenso eine zweischneidige Sache: Denn manche
werden wütend, wenn Reisenden in einem Drittwelt-Land mit
klimatischen und organisatorischen Widrigkeiten vorgegaukelt
wird, hunderte von Dschungel-Kilometern in einer exakt
definierten Zeit zu schaffen -- um etwa noch pünktlich die
abfahrtbereite Abend-Fähre zu erreichen. |
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Andere wiederum sind entzückt, wenn ihnen endlich jemand
einige Reiserouten vorschlägt und die aufwändige,
selbstständige Planung entfällt. Aber ganz wie bei blumiger
Sprache ist das auch Geschmackssache. --Christian Haas |
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