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Das Klima ist tropisch-monsunal, die Temperaturen liegen
ganzjährig über 18° C. Jahreszeiten werden nicht wie bei uns
über Temperaturunterschiede bestimmt, sondern über die
monatlichen Niederschlagsmengen. Es gibt drei Jahreszeiten.
Ganz grob gilt Folgendes: (1) vom November bis Februar
führen die vorherrschenden Nord- bis Nordostwinde trockene
und kühle Luft heran, (2) in der Vormonsun-Zeit März bis Mai
herrschen die höchsten Temperaturen (oft deutlich über 35°
C), (3) von Juni bis September dauert die Regenzeit mit dem
Monsun aus Südwest. Über 60.000 km² der Landfläche und mehr
als 6.000 km² Meeresfläche und Inseln sind als Nationalpark,
Wildschutzgebiet oder Meerespark ausgewiesen, siehe dazu
Nationalparks in Thailand.
Größere Städte sind neben der Hauptstadt Bangkok: Chiang
Mai, Nonthaburi, Samut Prakan, Nakhon Ratchasima (früher
Khorat), Khon Kaen und Chonburi.
Bildung
Thailand rangiert seit Jahren auf einem hinteren Platz des
asiatischen Bildungsrankings. Formales, wie kostspielige
Schuluniformen für verschiedene Wochentage in der
Grundschule, lenkt von strukturellen und inhaltlichen
Mängeln ab. Die thailändische Regierung plant deshalb, das
Schulsystem komplett zu reformieren
Schulsystem
In Thailand herrscht allgemeine Schulpflicht für 6 Jahre.
Die von der Unesco ermittelte Analphabetenrate liegt bei nur
ca. 3% und damit auf dem Niveau der Europäischen Union.
Der Besuch der 6-jährigen Grundschule ist kostenfrei und
verbindlich. Die Unterrichtsmethoden entsprechen nicht dem
modernen westlichen Standard. Eigenverantwortliches Lernen
wird nur wenig gefördert. Demgegenüber steht - gerade auf
dem Land - ein stark ausgeprägtes Autoritätsdenken.
Weiterführende Schulen
Nach Abschluss der Grundschule haben die Schüler die
Möglichkeit, eine weiterführende Schule oder eine
Berufsausbildung zu beginnen. Dabei fallen Kosten für
Lehrmittel und für Kinder vom Land solche für oft lange
Anfahrtswege in die nächste größere Stadt an. Bei der hohen
Zahl privater Institute und Fachhochschulen sind zudem
Kursgebühren zu entrichten. Besonders Begabte aus armen
Familien, die an staatlichen Universitäten studieren, können
sich um ein Stipendium oder ein langfristiges, zinsloses
Darlehen bewerben.
Kultur
Die thailändische Kultur hat eine jahrhundertelange
Tradition, die sich jedoch durchaus neuen Anforderungen und
Gegebenheiten anpassen kann. Sie ist geprägt vom Buddhismus,
der das gesellschaftliche Leben durchdringt und ein
Nationalgefühl erzeugt. Um die Alltagskultur zu verstehen,
ist es wichtig den synkretistischen Charakter thailändischer
Religiösität zu beachten, insbesondere die große Bedeutung
des Animismus.
Die Achtung vor dem Älteren, aber auch Respekt vor dem
Höhergestellten sind Kennzeichen des gesellschaftlichen
Umgangs. Sie äußern sich unter anderem im Wai, dem
traditionellen Gruß der Thai untereinander. Dazu werden
beide Handinnenflächen aneinandergelegt und in
unterschiedlicher Höhe vor das Gesicht oder die Brust
gehalten. Dies erfolgt je nach dem sozialen Status der
Beteiligten. Der niedriger Gestellte beginnt den Wai, wobei
die Fingerspitzen ungefähr an der Nasenspitze liegen.
Zugleich wird der Kopf geneigt, so dass beim beginnenden Wai
oft kein Blickkontakt besteht. Der höher Gestellte wird den
Wai erwidern, indem er die Fingerspitzen auf Brust- oder
Kinnhöhe hält. Dies ist begleitet von einem freundlichen bis
huldvollen Lächeln. Der "höher Gestellte" kann z.B. aus
sozial besserer Familie kommen, eine Amtsperson sein, oder
unter sozial Gleichgestellten der Ältere. Mönche begrüßen
mit dem Wai nur höher gestellte Mönche oder Buddhastatuen
und erwidern den Wai von Laien nicht. Der Wai wird auch als
Geste des Dankes verwendet. Heute ist es üblich, dass die
Crew ihre Fluggäste mit dem Wai begrüßt und Kassierer sowie
Verkäufer in Geschäften ihre Kundschaft nach Beendigung des
Einkaufs so verabschieden, wobei in diesem Falle der Wai
allenfalls mit einem Lächeln oder einem verbalen Gruß
erwidert wird. Diese neuere Sitte wird von einigen
einheimischen und ausländischen Beobachtern als
Kommerzialisierung thailändischer Kultur kritisiert.
In der Nordost-Region lebt das kulturelle Erbe der
laotischstämmigen Bevölkerung u.a. in der typischen Mor
Lam-Musik und in ihrer Webkunst fort. Der Norden gehörte zur
Lanna-Kultur und unterscheidet sich vom Rest des Landes auch
heute noch durch eigene Sitten und unterschiedliche Sprache.
Politik
Staatsoberhaupt ist der König. Regierungschef ist der
Premierminister. Die [[Legislative besteht aus einem
Zweikammernsystem mit einem Repräsentantenhaus (500
Mitglieder) und einem Senat (200 Mitglieder). Wahlberechtigt
sind alle Bürger Thailands ab dem 18. Lebensjahr. Für das
politische Leben gilt die Verfassung vom 11. Oktober 1997.
Siehe Artikel: Geschichte Thailands (seit 1946) und
Premierminister von Thailand sowie Liste der Außenminister
von Thailand.
Thailand ist seit einem unblutigen Umsturz 1932 eine
konstitutionelle Monarchie. Frauen mussten sich das
Wahlrecht nicht erkämpfen, es wurde zugleich für alle Bürger
eingeführt. Leider hat in der Vergangenheit oft das Militär
die Macht übernommen. In den neunziger Jahren hat das Land
große Schritte in Richtung Demokratie und Bürgerrechte
gemacht. Das Parlament (Ratha Sapha รัฐสภา) besteht aus zwei
Kammern: das Repräsentantenhaus (Sapha Phu Thaen Ratsadon
สภาผู้แทนราษฎร) hat gegenwärtig (2004) 500 gewählte
Mitglieder. Davon werden 400 in Wahlkreisen gewählt, während
100 weitere Abgeordnete proportional zu der Stimmenzahl
bestimmt werden, die die Parteien für ihre Parteilisten
erhalten haben. Die Wähler haben also zwei Stimmen, die auf
zwei verschiedenen Wahlzetteln abgegeben werden. Eine
Parteiliste muss mindestens 5 % der abgegebenen gültigen
Stimmen erhalten, um Personen von ihrer Liste ins Parlament
schicken zu können. Der Senat (Wuthi Sapha วุฒิสภา) besteht
aus 200 gewählten Mitgliedern (seit den ersten Senatswahlen
im Jahr 2000, basierend auf der Verfassung von 1997; vorher
wurden die Senatoren von der Regierung ernannt). Allgemeine
Wahlen finden alle vier Jahre statt. Es besteht Wahlpflicht
für alle Bürger ab 18 Jahren. Seit 1921 besteht
Schulpflicht.
Die wichtigsten Parteien (Stand nach der Parlamentswahl am
6. Februar 2005, in Klammern alte Sitzverteilung) sind
Pak Thai Rak Thai (TRT, Thai lieben Thai), 376 Sitze (248
Sitze)
Pak Prachatipat (PP, Demokratische Partei), 97 Sitze (128
Sitze)
Pak Chart Thai (PCT, Nationalpartei), 25 Sitze (41 Sitze)
Pak Khwamwang Mai (PKWM, New Aspiration Party), - (36 Sitze)
Das Staatsoberhaupt ist der König Rama IX.. Dieser hat aber
keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt
nur repräsentative Aufgaben wahr. Er ist der dienstälteste
Monarch der Welt, die allgemein anerkannte moralische
Instanz des Landes, das Gewissen der Nation und
Identifikationsfigur des Staates. Sein hohes Ansehen in der
Bevölkerung, die ihn als Vater der Nation betrachtet, ist
überall sichtbar. Sein Bild (meist zusammen mit dem der
Königin Sirikit) hängt in jedem Haus, in fast jeder Hütte
des letzten Dorfes, bei Buddhisten und Moslems, ja selbst im
benachbarten Laos finden sich Porträts von König Bhumipol.
Regierungschef ist der Premierminister, der vom König
ernannt wird, sobald er durch das Repräsentantenhaus gewählt
wurde. Das Oberste Gericht (Sandika ศาลฎีกา) wird vom König
ernannt.
Thailand ist Mitglied in zahlreichen internationalen
Organisationen, unter anderem in UNO und in ASEAN.
Provinzen
Die heutige Verwaltungsgliederung in Provinzen, Kreise,
Kommunen und Dörfer erfolgte unter König Rama V.
Chulalongkorn 1897. Die 76 Provinzen sind zu 5 Regionen
zusammengefaßt: Norden, Nordosten (Isaan), Zentralregion,
Osten, Süden. Die Zuordnung der Provinzen zu den Regionen
ist nicht einheitlich, so kann eine Provinz manchmal der
einen, manchmal einer anderen Region zugeordnet sein.
Die Provinzen (auf Thai Changwat) sind in Amphoe und King
Amphoe (Kreise bzw. Unterkreise), diese wiederum in Tambon
(Kommunen) und dann in Mubaan (Ortschaften) unterteilt. Der
Name einer Provinz entspricht dem Namen ihrer Hauptstadt.
Die Amphoe der Provinz Bangkok heißen offiziell Khet, werden
aber manchmal auch Amphoe genannt.
Religion
Der Buddhismus ist in Form des Theravâda Thailands quasi
Staatsreligion (deren offizielle Einführung derzeit
angestrebt wird). Mehr als 94% der Bevölkerung bekennen sich
dazu. Andere Religionen genießen staatlichen Schutz: 4%
Moslems (überwiegend Malaien im Süden), 0,6% Christen und
ca. 65.000 Hindus (meist Inder). Nur 0,4% bezeichnen sich
als religionslos.
Es gibt etwa 18.000 Wats (buddhistische Tempelanlagen), die
vor allem in ländlichen Gebieten nicht nur Zentrum des
religiösen, sondern auch des sozialen Lebens sind. Die Zahl
der Mönche beträgt rund 160.000. Traditionell treten fast
jeder männliche Thai, aber nur wenige Frauen, einmal im
Leben für mehrere Wochen in ein Kloster ein, um sich in der
Meditation zu üben und den Regeln der Mönchs- bzw.
Nonnengemeinschaft (siehe auch Sangha) zu unterziehen. Etwa
ein Drittel der männlichen Jungendlichen zwischen 12 und 18
/ 20 leben für 1-6 Jahre als Novizen im Tempel und gehen von
dort aus in besondere Mönchsschulen mit Schwerpunkt
"Religionsunterricht", aber auch mit anderen Fächern. Nach
Beendigung der Schule legen die meisten von ihnen die Robe
ab und kehren als Laien in die Gesellschaft zurück, um zu
studieren, eine Lehre zu machen oder einen Job zu suchen.
Sofern ein Novize mit 20 Jahren noch im Tempel ist, muss er
sich entscheiden auszutreten oder Mönch zu werden. Stirbt
jemand in der Familie, ist es üblich, dass ein
Familienmitglied, meist ein Sohn, Enkel oder Neffe,
ordiniert wird, um die Totenfeiern als Mitglied der Sangha
zu begleiten; meistens dauert dieser Tempelaufenthalt nur 3,
5 oder 7 Tage. Ist jemand in einer persönlichen Krise, vom
Geschäftsleben gestresst, hat seine Pflichten als
Familienvater erfüllt oder ist Witwer geworden, kann er bis
zu 3 Mal Mönch auf Zeit sein, wobei er das Kloster und die
Dauer seiner Ordinierung frei wählen kann. Dieser Rückzug
hat häufig die Dauer einer Regenzeit (3 Monate) oder eines 1
Jahres, Ältere nehmen damit auch Abschied vom Berufsleben
und bleiben Mönche für den Rest ihres Lebens. Mönche,
Novizen und Nonnen werden als Vorbilder gesehen und genießen
in der Gesellschaft hohen Respekt. |